Länderinfos
Bolivien

Wo die Meere aus Salz sind, Monolithe weinen und die Sterne zum Greifen nah scheinen. Das Land im Herzen Südamerikas ist wie von einer anderen Welt, voller Magie und unerwarteter Attraktionen – auch in seinem Tiefland.

Das einzige Land Südamerikas mit überwiegend indigener Bevölkerung verzaubert mit unvergleichlicher Exotik. Belebt von Menschen, die ihre uralten Traditionen ebenso selbstbewusst pflegen, wie sie immer wieder um ihre Rechte kämpfen, bietet es – trotz seiner isolierten Lage im Herzen des Subkontinents – auch landschaftlich einzigartige Höhepunkte. Die bekanntesten befinden sich im Hochland, das ein Drittel des Landes bedeckt: allen voran der höchste schiffbare See der Welt, der Titicacasee. Wie La Paz, die höchstgelegene Regierungsstadt der Welt, liegt er im Alti plano, einer durchschnittlich 4000 m hohen Hochebene – nur eine Autostunde von der Stadt entfernt. An seinem Ufer warten Boote für Ausflüge zur Isla del Sol, auf der, einer Legende nach, der erste Inka das Licht der Welt erblickte. Und unweit werfen die Stelen von Tiwanaku mit den weinenden Gottheiten harte Schatten in der Hochlandsonne. Das großartige Szenario überragen die schneebedeckten Gipfel der Königskordillere, die im Rücken mit den Yungas steil ins Amazonas-Tiefland abstürzen. Wer die abenteuerliche Strecke nicht scheut, kann hier bis Rurrenabaque fahren, dem zurzeit angesagtesten Ziel für Urwaldfans im Tiefland Boliviens. Südlich von La Paz überragen drei Kordilleren das Hochland und liegen die ehemaligen Residenzstädte bolivianischer Zinnbarone: Oruro, das vor allem zu seinem Karneval einen Besuch lohnt, und Cochabamba, das Tor zu den Höhlenmalereien im Nationalpark Torotoro. Die offizielle Hauptstadt Sucre (2790 m) im tieferen Süden lohnt den Besuch gleich mehrfach. Die weltoffene Universitätsstadt ist das koloniale Kleinod des Landes; am Stadtrand locken Dinospuren und weiter draußen Dörfer mit uraltem Brauchtum, allen voran der Marktflecken Tarabuco. Nur drei Busstunden entfernt liegt Potosí (4070 m), die einst reichste Stadt der Welt. Dort kann man sich u. a. die Prachtbauten der Silberbarone und die Münzanstalt für den „Potosí-Taler“ ansehen, außerdem Minen im Silberberg Cerro Rico besuchen. Ausflüge führen hier zu den Flamingos und Salzwüsten im Hinterland, allen voran der Salar de Uyuní, der größte Salzsee der Welt. Heiß wird es dann in Santa Cruz. Die Boomtown ist Drehscheibe für Trips nach Trinidad und in die Nationalparks des östlichen Tieflandes. Außerdem kann man hier die nahe Ruta del Che und die prächtigen Holzkirchen der Jesuitenmissionen in der Chiquítania erkunden.

 

 

 

Daten & Fakten

Reiseinfos

Special-Tipp

Adressen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zeuge einer versunkenen Zeit: die goldene Maske eines Herrschers aus Tiwanaku

 

 

Daten & Fakten

In Bolivien leben 7,6 Mio. Einwohner auf einer Landesfläche von 1.084.391 km2; Hauptstadt ist Sucre (1,4 Mio Ew.), Regierungssitz La Paz (785.000 Ew.); höchster Berg des Landes der 6540 m hohe Sajama. Seit 1967 ist Bolivien eine Präsidiale Republik, seit 1822 (Unabhängigkeit) trägt es seinen Namen zu Ehren des Befreiers Simón Bolívar; während der sp. Kolonialzeit hieß es Hochperu. Davor war es Teil des Inkareichs. Wichtigste Exportgüter sind Mineralien (Zinn, Zink, Wolfram, Blei, Silber, Gold), Erdöl und Erdgas.Î

 

 

Reise-Infos

  • Einreise: Der Reisepass muss mindestens noch ein halbes Jahr gültig sein.
  • Aufenthaltserlaubnis: bis zu 90 Tagen
  • Impfungen: vorgeschrieben nur bei einer Einreise aus Gelbfiebergebieten
  • Klima und Reisezeit: Ganzjährig gut zu bereisen. Ab 3000 m wird es nachts kühl (z. B. La Paz); um 1500 m gemäßigt (z.B. Cochabamba); im Tiefland ist es feuchtheiß (Norden) oder heiß und trocken (Süden).
  • Währung: Boliviano (BOB) Ortszeit: MEZ –5 Std., MESZ –6 Std.
  • Indígenas: 55% der Bevölkerung, z.B. Aymara (Hochland), Quechua (Täler), Tupi-Guaraní und Chiquitos (Tiefland)
  • Unesco-Weltkulturerbe: Tiwanaku, Potosí, Sucre, Karneval in Oruro, Misiones de Chiquítos, Festung von Samaipata, Nationalpark Noel Kempff Mercado
 

 

 

Special-Tipp

Ein wunderbarer Schlüssel zur Kultur der indígenas in den Anden Boliviens ist das Buch „Jeder Ort – ein heiliger Ort“ von der deutschen Anthropologie-Professorin Ina Rösing. Ihre eindrucksvollen Fotos ergänzen zahlreiche spirituelle Zeugnisse, Ritualtexte und Gebete. Wer dazu „Das bolivianische Tagebuch“ von Che Guevara liest, ahnt etwas von der Kluft des Revolutionärs zu den Menschen, die er befreien wollte.

 

 

 

Adressen

Botschaft der Republik Bolivien

Wichmannstraße 6, D-10787 Berlin

Tel. 030/26 39 15-0, Fax 26 39 15-15
www.bolivia.de
www.desarrollo.gov.bo

 

 

© arbeitsgemeinschaft lateinamerika e. v. 2006 | letzte bearbeitung: 25.05.2006 | impressum