Länderinfos
Chile

Überlang und schmal wie ein Handtuch, so überspannt das Land der großen wechselnden Landschaften 38 Breitengrade über 4300 km Pazifikküste – im Herzen mediterran, am südlichen Ende eiskalt und am Kopf glühend heiß.

Als Fernão de Magalhães 1519 die Passage an der Südspitze Südamerikas durchsegelte, die heute seinen Namen trägt, war er der erste Europäer in Chile. Auch der Konquistador Diego de Almagro hielt sich nur kurz auf – weil er kein Gold fand. Erst spät kamen Siedler in das durch zwei Kordilleren im Rücken abgeriegelte Land. Auf schnellen Reichtum konnte an dieser schmalen Küste niemand hoffen. Allein mit Arbeit, Fleiß und Ausdauer war hier das große Los zu ziehen, z. B. als Kleinbauer oder Handwerker aus Spanien, Italien oder Deutschland. So wurde Chile, was es heute ist: das Rückgrat Südamerikas – mit nur 4 % Analphabeten und Arbeitslosen, der niedrigsten Kindersterblichkeit, einer stabilen Demokratie und guter Infrastruktur. Ein Musterländle im Wolfspelz – denn so solide Staat und Gesellschaft, so ungezähmt und wild seine Landschaften nördlich und südlich von Santiago de Chile. Wie ein Katalysator der Gegensätze breitet sich die Hauptstadt am Fuß von Amerikas Eckpfeiler, dem Aconcagua (6960 m), aus – vor der Nase den Hafen Valparaiso und den feinen Badeort Viña del Mar und im Rücken verbunden mit Argentinien. Schon der „kleine“ Norden“ überrascht mit einer Welt heißer Wüsten und kleiner Oasen, der Trockenflüsse und mit in allen Erdfarben schimmernden Bergen; sie gipfelt im berühmten Observatorium von La Silla, das 10 Millionen Lichtjahre tief ins Universum blicken lässt. Dabei muss man nur über Antofagasta weiter in den hohen Norden nach San Pedro de Atacama und Arica fahren, um sich wie auf einem anderen Stern zu fühlen: in der trockensten Wüste der Welt, dem bizarren Mondtal, vor den Tatio-Geysiren oder den Geoglyphen bei Tarapacá. Ein Garten Eden im Schatten von Vulkanen und imposanten Araukarienwäldern wartet dagegen südlich der Hauptstadt: die Heimat der Mapuche, der stolzen „Erdmenschen“, die den Inka und 300 Jahre lang auch den Spaniern widerstanden. Nationalparks mit Wasserfällen und Lagunen gehen über in die Seenregion zwischen Temuco und Puerto Montt. Unweit bringt eine Fähre zu den Bilderbuchdörfern der Insel Chiloe. Die weitere Fahrt über die 1000 km lange Carretera Austral führt in die endlose Einsamkeit zahlreicher Nationalparks. Am Ende trumpft Chile dann auf mit dem eisigen Irrgarten von Magellanes und dem großartigen Gebirgspanorama im Nationalpark Torres del Paine, vor dem die Kondore noch zahlreich kreisen.

 

 

 

Daten & Fakten

Reiseinfos

Special-Tipp

Adressen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Höhepunkt östlich von Arica: einer von zehn Schneevulkanen im Nationalpark Lauca

 

Daten & Fakten

In Chile leben 14,6 Mio. Einwohner auf einer Landesfläche von 756.626 km²; Hauptstadt ist Santiago de Chile mit 4,7 Mio. Einwohnern, höchster Berg des Landes – und höchster Vulkan der Erde – der Ojos del Salado (6893 m). Die Osterinsel liegt 3800 km der Pazifikküste vorgelagert. Seit 1925 ist Chile eine Präsidiale Republik. Die Unabhängigkeit von Spanien (1818) erkämpften Bernardo O’Higgins und José de San Martín. Davor gehörten weite Landesteile zum Inkareich. Exportgüter: Holz, Salpeter, Wein, Kupfer, Fisch, Obst.

 

Mächtiger moai: meterhohe Osterinselfigur

 

Reise-Infos

  • Einreise: Der Reisepass muss mindestens noch ein halbes Jahr gültig sein.
  • Aufenthaltserlaubnis: bis zu 90 Tagen
  • Impfungen: vorgeschrieben nur bei einer Einreise aus Gelbfiebergebieten
  • Klima und Reisezeit: Beste Reisezeiten für den Norden sind April–Nov. (chilenischer Winter); für die Landesmitte Okt.–März (chil. Sommer) mit 28°C, in den übrigen Monaten durchschnittlich 10°C; für den Süden Nov.–März; Patagonien ist ganzjährig kühl.
  • Währung: Chilenischer Peso (CLP) Ortszeit: MEZ –4 Std. (Mitte Okt.– Mitte März); –6 Std. (chil. Winterzeit und MESZ).
  • Indígenas: 10 % (Rest Weiße/Mestizen)
  • Unesco-Weltkulturerbe: Valparaíso (Altstadt), Kirchen von Chiloe, Nationalpark Rapa Nui (Osterinsel)
 

 

 

Special-Tipp

Einen Hauch Polynesien verbreiten die moai (Ahnenbilder) auf Rapa Nui, der Osterinsel. Wie die Ureinwohner, so hielt auch Thor Heyerdahl sie für den „Nabel der Welt“. 700 km vor der Küste liegt Robinson-Crusoe-Eiland, benannt nach dem Bestseller von Daniel Defoe. Dem Autor diente der 1704 hier ausgesetzte Seemann Alexander Selkirk einst als Vorbild für seinen Roman.

 

 

 

Adressen

Pro Chile

c/o Generalkonsulat von Chile
Kleine Reichenstraße 1/IV, D-20457 Hamburg
Tel. 040/33 58 35, Fax 32 69 57
www.chileinfo.de
www.embajadaconsuladoschile.de
www.sernatur.cl

 

 

© arbeitsgemeinschaft lateinamerika e. v. 2006 | letzte bearbeitung: 25.05.2006 | impressum