Länderinfos
Venezuela

Einerseits lebenslustiges Badeparadies an der Karibik und andererseits ganz und gar Südamerika – hier vereinen sich zwei Welten aufs schönste. Von mystischer Faszination sind die alten Tafelberge der Gran Sabana

Kolumbus drehte dort voreilig ab, wo heute halb Europa landet: auf der venezolanischen Karibikinsel Isla de Margarita. Das war auf seiner dritten Reise. Nicht einmal für die Perlengründe vor der Insel nahm er sich die Zeit, so eilig hatte er es, nach Hispaniola zurückzukehren. Heute ist die Isla de Margarita das Tor zum venezolanischen Festland, und dieses wiederum gilt als bester Einstieg in die Welt Südamerikas. Alles, was typisch für den Subkontinent ist, findet sich hier: tropische Sumpflandschaften mit Eingeborenen-Dörfern (im Orinoco- Delta), weite Viehweiden (die Llanos), tropische Regenwälder (wo sich der Orinoco über den Río Casiquiare mit dem Amazonas verbindet) und die Anden. Ausläufer rahmen die küstennahe Metropole Caracas (900 m), und kurz vor steigen sie zu 5000ern auf, auf denen in den Jahren des Ölbooms sogar Skipisten angelegt wurden. Heute gondelt immerhin noch eine Seilbahn in der Nähe der Andenstadt Mérida von 3188 m bis auf 4765 m des Pico Espejo – sofern sie nicht gerade repariert wird. Höhepunkt einer Rundreise aber ist immer der Besuch des Nationalparks Canaima in der Gran Sabana, einer einzigartigen Landschaft mit uralten Tafelbergen, von denen der höchste Wasserfall der Welt, der Angel Fall, herabstürzt. Die Gesteinsgreise stammen aus der Zeit, als Amerika und Afrika noch einen Urkontinent bildeten. Conan Doyle hat sie in „Lost World“ verewigt. Bequeme überfliegen sie heute in kleinen Maschinen, Aktive steigen ihnen aufs flache Dach, und Ehrgeizige suchen sich dafür die „Mutter aller Wasser“ aus, den Roraima (2810 m) im Ländereck zu Guyana und Brasilien. Wer danach auf einsamen Koralleninseln abtauchen will, gönnt sich einen Luftsprung auf die traumhaften Islas los Roques weit draußen in der Karibik. Und wem eher der Sinn nach Kultur oder prallem Leben steht, der besucht die Museen, Restaurants oder Bars der Mega-Metropole Caracas – bequem per Metro. Den Mietwagen kann man sich dabei für Ausflüge in die Umgebung aufsparen. Zum Beispiel an die Strände von El Litoral, der nahen Küste. Oder in die schöne Kolonialstadt Coro, einst Sitz des deutschen Konquistadoren Nikolas Federmann. Weiter westlich grüßt bald die Skyline der Ölmetropole Maracaíbo am gleichnamigen See. Die Pfahlhäuser in seiner Laguna Sinamaica regten Amerigo Vespucci 1499 zum Namen „Klein-Venedig“ (Venezuela) an.

 

 

 

Daten & Fakten

Reiseinfos

Special-Tipp

Adressen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Angel Fall im Nationalpark Canaima gilt als der höchste der Welt

 

 

Daten & Fakten

In Venezuela leben 23 Mio. Einwohner auf einer Landesfläche von 912.050 km2; Hauptstadt ist Caracas mit 5 Mio. Einwohnern, höchster Berg des Landes der 5007 m hohe Pico Bolívar. Seit 1961 ist Venezuela eine Präsidiale Republik. Die Unabhängigkeit erkämpfte 1822 der in Caracas gebürtige Simón Bolívar. Davor gehörte das Land zum Vizekönigreich Nueva Granada. Kolumbus segelte 1498 bis zur Isla de Margarita. Die ältesten Kolonialstädte: Cumaná und Coro (1521/1527). Staatseinnahmen: zu 80 % aus Exporterlösen mit Erdöl.

 

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Reise-Infos

  • Einreise: Pass (mindestens noch 6 Monate gültig) und Touristenkarte.
  • Aufenthaltserlaubnis: bis zu 90 Tagen Impfungen: vorgeschrieben nur bei einer Einreise aus Gelbfiebergebieten
  • Klima und Reisezeit: Die Karibikküste ist ganzjährig tropisch heiß (etwa 28°C), in Caracas milder (um 25°C). In der Regenzeit von Mai bis Oktober, die mit täglichen, sintflutartigen Regengüssen einhergeht, kann es noch etwas wärmer werden. In den Anden herrschen große Temperaturschwankungen: von tagsüber 20 bis 30°C bis zu Temperaturen nachts nahe dem Gefrierpunkt.
  • Währung: Bolivar (VEB) Ortszeit: MEZ –5 Std. (MESZ –6 Std.) Indígenas: 2% der Bevölkerung
  • Unesco-Weltkulturerbe: Caracas (Centro), Coro, Nationalpark Canaima
 

 

 

Special-Tipp

Südlich von Puerto Ayacucho liegt Puerto Samariapo, Ausgangspunkt einer Orinoco-Bootstour auf den Spuren von Alexander von Humboldt. Die Bootsfahrt führt u. a. zu den Inseln im Fluss, von denen er in seinem Bericht erzählt, so zur Isla Ratón, wo heute noch Uahibo, Piaro, Yekuana, Waica oder Baré leben.

 

 

 

Adressen

Venezolanisches Fremdenverkehrsamt

c/o Botschaft von Venezuela
Schillstr. 9–10/Ecke Wichmannstraße
D-10785 Berlin
Tel. 030/83 22 40 00, Fax 83 22 40 20
www.visit-venezuela.com

 

 

© arbeitsgemeinschaft lateinamerika e. v. 2006 | letzte bearbeitung: 25.05.2006 | impressum