Tourismus-Entwicklung und Statistiken

Lateinamerika-Tourismus wächst 2008 trotz Krise

 

 

ags/Nach einem sehr guten Jahr für den internationalen Tourismus im Jahr 2007 mit einem 7-prozentigen Wachstum der internationalen Touristenankünfte und einem guten Start in die erste Hälfte des vergangenen Jahres 2008 mit plus 5 %, erlebte der Tourismus nach den Angaben der World Tourism Organisation UNWTO im zweiten Halbjahr erstmals seit vielen Jahren wieder einen Negativtrend mit – 1 %. Insgesamt auf das Jahr gesehen, vermeldet die UNWTO für 2008 eine 2-prozentige Steigerung der internationalen Touristenankünfte (924 Millionen gg. 908 Millionen in 2007). Auch für 2009 wird keine baldige Umkehrung des Negativtrends aufgrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise erwartet.

Die Destinationen Lateinamerikas liegen dabei mit 7,9 % Wachstum für Mittelamerika und 5,9 % für Südamerika noch weit über dem globalen Durchschnitt aufgrund starker Wachstumsraten einiger Destinationen wie Honduras, Nicaragua, Panama, Peru oder Uruguay, die sich über einen kräftigen Anstieg ihrer Touristenankünfte im Jahr 2008 freuen können. Die amerikanischen Destinationen insgesamt verzeichneten nach UNWTO-Angaben auch im zweiten Halbjahr 2008 entgegen dem globalen Trend noch ein Wachstum von plus 1 Prozent.

 

Die Länder Mittelamerikas konnten nach ersten Angaben von CATA, der Centro America Tourism Agency in Madrid, und den Tourismusministerien der Länder im Jahr 2008 insgesamt 8.252.128 internationale Reisende in der Region begrüßen. Als einer der Gründe für das weitere Wachstum der Touristenzahlen wird die gestiegene Anzahl der Flugverbindungen erachtet. So transportierte allein Iberia, die europäische Fluglinie mit den meisten Verbindungen zwischen Europa und Lateinamerika, im Jahr 2008 mit 290.000 Passagieren 14,1 Prozent mehr Besucher nach Mittelamerika als 2007. Im Jahr 2009 soll das Angebot an Flugkapazitäten nach Mittelamerika bei der spanischen Fluglinie um weitere 4,2 Prozent auf 350.000 erweitert werden. Auch die niederländische Fluglinie KLM erhöhte Anfang Dezember ihre Frequenzen zwischen Amsterdam und Panamá von drei auf fünf Flüge pro Woche.  Daneben trägt die gemeinsame Tourismuspolitik des zentralamerikanischen Tourismusrates unter der Leitung der SICA (Tourismusdirektion des Generalsekretariats des Systems zur Integration Zentralamerikas) und die internationale touristische Vermarktung  der mittelamerikanischen Länder unter dem Dach der CATA, die 2002 gegründet wurde, ihre Früchte. So werden neben den länderspezifischen Bemühungen zur Schaffung neuer touristischer Produkte und den Maßnahmen zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur in den einzelnen Ländern, regelmäßig länderübergreifende Aktionen durchgeführt. Eine von ihnen ist die Schaffung einer neuen länderübergreifenden touristischen Route im vergangenen Jahr. Die „Kolonial- und Vulkanroute“ führt auf dem alten Königsweg der Spanier entlang der rund 1.000 km langen Vulkankette an der zentralamerikanischen Pazifikküste. Reisende können auf ihr nicht nur bekannte und unbekannte koloniale Städte und Dörfer besuchen, sondern inmitten der großartigen Natur auch ein weit gefächertes Angebot an Aktivtourismus genießen.

 

Mexiko erlebte nach Angaben der Welttourismusorganisation und des Mexikanischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt ein gutes Tourismusjahr, das die UNWTO vor allem auf den geschwächten Peso-Kurs und die guten Touristenzahlen aus den USA an die Strände der Riviera Maya sowie auf die verstärkten Werbeaktivitäten des Landes zurückführt.

Südamerika gehört noch immer zu den am stärksten wachsenden Destinationen gemäß den Angaben der UNWTO. Während Brasilien auf einen Rekordanstieg seiner touristischen Einnahmen um 16,8 % vermeldet, kann sich Peru mit nahezu 12 % mehr internationalen Touristen von Januar bis September 2008 über den höchsten Anstieg der Touristenzahlen innerhalb Südamerikas freuen. Uruguay folgt mit einem 9-prozentigen Wachstum seiner internationalen Touristenankünfte, wobei der Monat August mit plus 35 % den Rekord darstellte. Ebenso stabil mit einem Anstieg von 7 % zeigte sich die Tourismusindustrie Ecuadors. Für die UNWTO spielen hier vor allem die seit Juni letzten Jahres eingeführte VISA-Freiheit für internationale Einreisende eine herausragende Rolle, ebenso wie die Förderung neuer Produkte des ländlichen und Abenteuertourismus sowie die Restaurierung der Altstadt Quitos. Die Zuwächse der Touristenzahlen in Chile, Argentinien, Paraguay und Kolumbien bewegten sich zwischen 6 und 1 % im vergangenen Jahr.

 

Für das Jahr 2009 sind die Prognosen der meisten der von der Pressestelle der Arge Lateinamerika e.V. befragten Tourismusorganisationen der Länder selbst vorsichtig. Nahezu alle nationalen Tourismusvertretungen erwarten für 2009 ein abgeschwächtes Wachstum im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren. Fast alle Länder zielen in ihren Tourismusplänen auf Qualität und Nachhaltigkeit des Tourismus. Qualität ist für viele neben dem Schalten von preislichen Angeboten, wie beispielsweise für den chilenischen Tourismusdirektor Oscar Santelices Altamirano das Mittel, um in einem veränderten Markt und in wirtschaftlichen Krisenzeiten im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Wieder andere, wie Paraguay und Argentinien, zielen auf die Förderung des nationalen Tourismus und promovieren verstärkt die höherwertigen Tourismussegmente wie den Golf-, Polo- oder Weintourismus. Brasiliens Tourismussektor hofft gerade in der Krise darauf, dass der niedrige Wechselkurs des Reals gegenüber dem USD und dem Euro die brasilianischen Reiseziele günstiger und interessanter für Europäer und Nordamerikaner machen könne. Als Reaktion auf die weltweit schwierige Lage, möchte Brasilien zukünftig stärker in gezielte Werbemaßnahmen investieren, um die derzeitigen Marktanteile zu halten und Potenziale weiter auszubauen. Um der neuen Situation angemessen begegnen zu können, wurde der  internationale Marketingplan „Aquarela“ für die kommenden zwei Jahre entsprechend angepasst.

Auch zwei Umfragen am Jahresende 2008 und Anfang Februar 2009 unter den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika e.V. zur Buchungssituation, etwaigen Auswirkungen aufgrund der allgemeinen Krisensituation und zur Einschätzung der zukünftigen Entwicklungen im Lateinamerika-Tourismus ergaben ein positives Ergebnis. Für die meisten der Befragten war es ein sehr gutes Lateinamerika-Jahr  im Trend der vergangenen sechs Jahre, in denen die Region insgesamt gut zugelegt hat. Auch auf den bedeutenden Reisemessen in verschiedenen Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz, auf denen die Mitglieder der Arge ihre Produkte vorstellten, wurde ein anhaltendes Interesse an Lateinamerika festgestellt. 

Laut der Umfrageergebnisse wurde deutlich, dass insgesamt Reisen in sämtliche lateinamerikanische Destinationen angeboten werden, und im Jahr 2008 und für 2009 zusätzliche Destinationen bei einzelnen Veranstaltern ins bestehende Angebot aufgenommen wurden. So bieten jetzt auch Sommer Fernreisen, Studiosus und Lernidee Reisen nach Kolumbien an. Beim Spezialveranstalter Aventoura Reisen wurde El Salvador mit aufgenommen, bei Diamir Reisen nach Guyana. Und auch Wikinger Reisen bietet neue Touren durch Mittelamerika sowie nach Chile und Argentinien, ebenso wie auf die Galápagos Inseln an.

Besonders starker Nachfrage bei den südamerikanischen Zielgebieten erfreuten sich im Jahr 2008 bei einigen Anbietern die Länder Peru, Argentinien, Chile und Brasilien. Ein kleinerer Teil der Befragten gab jedoch auch an, dass bei Reisen nach Argentinien und Chile das hohe Preisniveau für Buchungsrückgänge sorgte. Im Falle von Peru wurde teilweise auf die starke Konkurrenzsituation unter den Veranstaltern hingewiesen. Rückgänge verzeichnete bei einigen Veranstaltern Bolivien, wobei die aktuelle politische Situation und negative Medienberichte als Ursachen erachtet werden.

Für Mexiko ergab sich allgemein ein positives Bild hinsichtlich der Buchungssituation. Reisen nach Mexiko waren 2008 bei einzelnen Veranstaltern der Arge Lateinamerika e.V. gleich stark wie im Vorjahr gebucht, bei den meisten Anbietern aber gab es Steigerungen bis zu durchschnittlich 20 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007. Bei den mittelamerikanischen Destinationen wurde Costa Rica  stark nachgefragt. Nicht ganz so gut lief es bei den Buchungen für Guatemala, Nicaragua und Honduras, wobei dies hauptsächlich auf den immer noch zu geringen Bekanntheitsgrad der Länder bei den Reiseinteressierten zurückgeführt wird.

Auf die Frage, ob die Mitglieder Buchungsrückgänge mit Beginn der allgemeinen Finanzkrise seit Oktober zu verzeichnen hatten, gab es sehr unterschiedliche Antworten. Circa 40 Prozent der Befragten verzeichneten insgesamt leichte, rund 60 Prozent keine Buchungsrückgänge.

Grundsätzlich schätzen die ARGE-Mitglieder die zukünftige Entwicklung des Lateinamerika-Tourismus in Relation zur allgemeinen Entwicklung im Fernreisebereich als durchweg positiv und stabil ein. Insbesondere wurden seit der Asienkrise Zuwächse bei den Buchungen verzeichnet. Obschon sich die Situation bei den Flugverbindungen positiv entwickelt hat, werden sie als noch verbesserungswürdig erachtet. Dies gilt genauso für die Flugtarife. Nach Meinung einiger Veranstalter sollte das in manchen lateinamerikanischen Ländern bestehende Preis-Leistungs-Verhältnis insbesondere in wirtschaftlichen Krisenzeiten flexibler gehandhabt werden.  In einem Punkt waren sich alle ARGE-Mitglieder einig: die kulturelle und landschaftliche Attraktivität der gesamten lateinamerikanischen Region, die Exotik der Länder und die große Bandbreite an touristischen Angeboten stellen auch langfristig gesehen das große Potential Lateinamerikas dar.

Touristenankünfte Mittelamerika gesamt:

 

2003

2004

2005

2006

2007

2008

Millionen

5,0

6,0

6,4

7,03

7,8

8,4

 

Touristenankünfte Südamerika gesamt:

 

2003

2004

2005

2006

2007

2008

Millionen

14,0

16,0

18,2

19,6

19,9

21,1

Quelle: World Tourism Organisation, WTO


Die Länder im Einzelnen

Mexiko und Mittelamerika

Belize.

das einzige englischsprachige Land innerhalb Zentralamerikas verzeichnete nach ersten Angaben der Carribbean Tourism Organization 245.027 Reisende im Jahr 2008 und ist damit das einzige Land Mittelamerikas, das einen Rückgang seiner Touristenzahlen um -2,6 % gegenüber 2007 verbuchte. Dabei kamen aus den USA mit 147.655 Reisenden 3,2 % weniger als 2007, während die Anzahl der Touristen aus Kanada um 6,2 % anwuchs auf 17.693 und die Zahl der europäischen Reisenden mit 34.265 Reisenden und 0,3 % Anstieg fast gleich blieb. Die internationalen Touristen besuchten vor allem die paradiesischen Inseln der Karibik und die Mayaruinen wie Caracol und Xunantunich. Im Jahr 2007 hatten nach Angaben des Belize Immigration Departments 251.656 internationale Touristen das Land bereist. 238.125 von ihnen waren als Urlauber gekommen. Die meisten Touristen kamen aus den USA mit 152.569. Aus Deutschland reisten 4.054 Touristen ein, insgesamt aus Europa 34.175, wobei der wichtigste europäische Markt Großbritannien mit 10.180 Reisenden war.

Das Land mit dem zweitlängsten Korallenriff der Erde, zieht insbesondere Naturfans und Liebhaber der faszinierenden Unterwasserwelt an. Im Januar 2009 verabschiedete die Regierung ein 13,5 Millionen USD umfassenden Vierjahresplan zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus. Finanzielle Unterstützung für diesen neuen touristischen Masterplan erhält Belize von der inneramerikanischen Bank für Entwicklung, Banco Interamericano de Desarrollo. Die neue Initiative beinhaltet vor allem infrastrukturelle Projekte, die auf die Langzeiterhaltung der einzigartigen Naturressourcen des Landes zielen, und Entwicklungsprojekte in vier der bedeutendsten Tourismusdestinationen des Landes. Sie umfassen San Ignacio im Cayo Distrikt, Placencia im Stann Creek Distrikt, San Pedro am Amergris Caye und Belize City. Aus diesen vier Destinationen fließen allein 64 Prozent der touristischen Einnahmen Belizes. Darüber hinaus sollen durch den Masterplan vor allem kleine touristische Unternehmen gefördert werden und die Positionierung der aktuellen touristischen Marke des Landes. Vom 19. bis 23. Mai 2009 findet die dritte Jahreskonferenz für Verantwortlichen nachhaltigen Tourismus des ICRT – International Centre for Responsible Tourism - in Belize statt. Im vergangenen Jahr 2008 eröffneten in Belize 69 neue Hotels.

www.belizetourism.org, www.travelbelize.org

 

Costa Rica. Nach vorläufigen Daten des Tourismusministeriums von Costa Rica verbuchte die wohl noch immer beliebteste Naturdestination Mittelamerikas im Jahr 2008 1.979.789 Besucher. Die am meisten von europäischen Reisenden besuchten Ziele innerhalb des Landes sind der Nationalpark von Tortuguero, die Kanäle und die Zentralregion Costa Ricas. Ebenso beliebt bei Costa Rica Reisenden ist der im Süden gelegene Manuel Antonio Nationalpark, der Strand- und Dschungelabenteuer kombiniert. Im Jahr 2007 hatte Costa Rica 1.921.922 internationale Reisende gezählt. Die meisten Touristen kommen aus den USA und Kanada sowie aus Europa mit den Hauptmärkten Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien. Im Hinblick auf die Erneuerungen der Hotelinfrastruktur ragte im vergangenen Jahr insbesondere der Bau großer, luxuriöser Häuser heraus, wie der Neubau des Hilton Garden Inn, des Hotels Riú Guanacaste, des Hotels Natura Ecoluxury Comunita sowie der Hotels La Punta, Westin und EuroStar. Im ökologischen Bereich deklarierte das Land, das zu den Pionieren im Ökotourismus zählt, im vergangenen Jahr die Quetzales Region zum nunmehr 28. Nationalparkgebiet. Der Park liegt etwa 120 km von San José entfernt. Insgesamt befinden sich 3 Millionen Hektar des Landes und 26 % des gesamten Territoriums unter Naturschutz. Obwohl Costa Rica nur 0,1 % der Erdoberfläche einnimmt, beheimatet das Land 3 % aller biologischen Arten der Welt und 3,5 % des maritimen Lebens.

www.visitcostarica.com

 

El Salvador konnte im Jahr 2008 nach Angaben des dortigen Tourismusministeriums insgesamt 1.403.231 internationale Besucher begrüßen gegenüber 1.338.543 Touristen 2007 (+5 %). Die Einnahmen daraus beliefen sich 2008 auf 786.7 Millionen USD gegenüber 709,1 Millionen USD im Jahr 2007. Damit hat sich der Tourismus zu einem der wichtigsten Wirtschaftssektoren des Landes entwickelt. Dementsprechend ist die Verbesserung der Infrastruktur eines der Hauptziele des Landes. Mehr als 22 Millionen USD werden derzeit in die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur des Landes investiert. 2,4 Millionen USD davon sind für die neue Strandpromenade von La Libertad bestimmt. Hier werden u.a. ein Theater, Kunst- und Lebensmittelläden sowie ein touristisches Informationsbüro neu gebaut. Das Projekt soll voraussichtlich im April dieses Jahres abgeschlossen sein. Bereits eröffnet wurde im vergangenen Jahr ein neues touristisches Informationszentrum in La Unión, das unter anderem einen Tagungsraum, Räumlichkeiten für die Veranstaltung von Seminaren beherbergt sowie einen Stützpunkt der Touristenpolizei des Landes unterhält. Das Hotelangebot in El Salvador stieg im vergangenen Jahr 2008 um 12 % von 315 auf 352 touristische Unterkünfte. Die Zimmeranzahl stieg dabei um 10 % von 7.264 auf 7.967 Zimmer . 

www.elsalvadorturismo.gob.sv

 

Guatemala

lockt seine Besucher vor allem mit seiner Mayakultur, den archäologischen Ruinenstätten und alten Traditionen, die bis heute lebendig sind. Daneben faszinieren Monumente, Städte und Dörfer aus der spanischen Kolonialzeit. Im vergangenen Jahr 2008 besuchten 1.526.729 internationale Reisende die touristischen Sehenswürdigkeiten des Landes.

Auch Guatemala investiert vor allem in seine Verkehrsinfrastruktur. So wird momentan, unterstützt von der Zentralamerikanischen Bank für Wirtschaftliche Integration (BCIE), eine neue 329,5 km lange Straße im Norden des Landes gebaut, von der 170 Gemeinden in 11 Gemeindebezirken und rund 1,65 Millionen Personen profitieren werden. Hinsichtlich der Neuerungen in der Hotelinfrastruktur stechen besonders die Neukonstruktion und Neueröffnung der Häuser im gehobenen Sektor in Guatemala Stadt und der alten Hauptstadt Antigua hervor, so das Barceló Premium, Vista Real Antigua oder das Boutique-Hotel El Convento. Für das Jahr 2009 ist darüber hinaus die Eröffnung des Westin Camino Real Antigua in der Kolonialstadt geplant.

Auf der diesjährigen Tourismusmesse FITUR wurde im Februar in Madrid ein groß angelegtes touristisches Projekt innerhalb des ethnischen Tourismusbereichs vorgestellt, von dem vor allem die indigene Bevölkerung Guatemalas profitieren soll. Unter dem Begriff „Pueblos Mayas“, „Maya-Völker oder Maya-Dörfer“ sollen drei touristische Routen geschaffen werden, die durch Regionen und Bezirke führen, die über eine besondere Dichte an lebendiger Mayakultur verfügen. Die drei Routen „Maya-Universum“, „Vom Maya-Kalender“ und „Über die Dualität Maya“ sollen bekannt machen mit der besonderen Spiritualität dieses Volkes, den heiligen und archäologischen Stätten, Kunsthandwerk, Gastronomie, traditionellen Gemeinden und der Natur.  Im Jahr 2009 wird mit der Vermarktung des neu geschaffenen Produktes begonnen und die Marketinginstrumente erarbeitet. Hierzu zählen eine spezielle Internetseite zu dem Produkt, neue Broschüren, Karten, Videos, usw.

www.visitguatemala.com

 

Honduras.

registrierte einen erfreulichen Anstieg der Touristenzahlen um 8 % gegenüber 2007. So besuchten nach ersten Angaben des Instituto de Turismo de Honduras IHT im Jahr 2008 insgesamt 899.300 internationale Reisende das mittelamerikanische Land (gegenüber 831.433 im Jahr 2007).

Die größten touristischen Anziehungspunkte bleiben weiterhin der berühmte Archäologische Park von Copán sowie die karibischen Traumstrände des Festlandes und der vorgelagerten Inseln. So konzentrieren sich auch die bedeutendsten geplanten Neueröffnungen von Hotels im Jahr 2009 mit dem Westin Roatán Resort & Spa Hotel und das Hotel Nikki Beach Resort & Spa auf die Insel Roatán. Ebenso auf Roatán wurde im vergangenen Jahr das Infiniz Bay Spa & Beach Resort eröffnet, während Copán mit dem Hotel Maya Colonial eine neue Unterkunftseinrichtung im Kolonialstil erhielt.

Eines der wichtigsten Projekte innerhalb des Nationalen Strategieplans für Nachhaltigen Tourismus ist die Einführung einer neuen Beschilderung der touristischen Sehenswürdigkeiten in den wichtigsten touristischen Regionen des Landes. So werden mehr als 600 neue Schilder die Anreise zu den touristischen Attraktionen erleichtern.

www.letsgohonduras.com

 

Nicaragua

Nach Angaben des Instituto Nicaragüense de Turismo konnte auch Nicaragua sich über einen Anstieg von 7 % seiner Touristenankünfte im Jahr 2008 freuen. Insgesamt haben 857.279 Reisende das Land besucht gegenüber 799.996 internationalen Touristen im Jahr davor. Im Jahr 2007 waren 200.790 Touristen aus Nordamerika eingereist, 51.386 aus Europa. Davon kamen 10.315 aus Spanien. Auf dem zweiten Rang folgten die deutschen Touristen mit 7.649 vor den Engländern mit 6.486 Reisenden. Die beliebtesten Ziele der Reisenden sind nach wie vor die Kolonialstädte wie Granada oder León (26,8 % der Reisenden) sowie die Strände der Pazifikküste (14,3 %) oder die Insel Ometepe (9,3 %).

Neue Routen wie die „Route des Kaffees“ oder die „Route des Wassers“ sollen die Attraktivität für Touristen weiter steigern. „Die Route des Kaffees“, die den Bereich des ländlichen und ethnischen Tourismus im Norden des Landes fördern soll, bietet neben dem Besuch von Kaffeeplantagen insbesondere Aktivitäten im Öko- und Abenteuertourismus. Die „Route des Wassers“ umschließt den Archipel von Solentiname an der südöstlichen Küste des Sees von Cocibolca und verläuft bis zur Mündung des Flusses San Juan in die Karibik beim gleichnamigen Ort San Juan del Norte oder San Juan de Nicaragua. Anhand dieser neuen Routen sollen bisher touristisch noch unbekannte Gebiete für den Tourismus erschlossen und deren Infrastruktur sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für die Besucher verbessert werden.

Eine weitere Region, die dem nationalen und internationalen Tourismus geöffnet werden soll, ist die Provinz Chinandenga an der Grenze zu Honduras. Hier locken insbesondere eine überreiche Vegetation, herrliche Wasserfälle und Naturschwimmbäder. Im vergangenen Jahr 2008 haben fünf neue Hotels, zwei davon in Granada, zwei in der Hauptstadt Managua und ein neues Haus in Bluefields eröffnet. Für das Jahr 2009 ist die Eröffnung des Fünfsterne-Hauses Barceló Managua in der Hauptstadt geplant.

www.intur.gob.ni, www.visitnicaragua.com

 

Panamá.

wächst stetig sowohl im Hinblick auf seine Investitionen in den Immobilienmarkt als auch auf dem Tourismussektor. Im Jahr 2008 bereisten insgesamt 1.585.800 Besucher das Land und damit 11 % mehr als im Jahr 2007 mit 1.428.395 Touristen. Die touristischen Einnahmen beliefen sich im vergangenen Jahr auf 2,2 Mrd. USD gegenüber 1,79 Mrd. im Jahr 2007. Als einer der Gründe erachtet CATA, die zentralamerikanische Tourismusagentur die enormen Investitionen, die das Land tätigt, sowohl mit dem Ausbau des Panamákanals als auch in den Neubau von touristischen Unterkünften. Das größte Hotelprojekt wird in diesem Jahr die Bausteinlegung für den Megapolis Nortia Tower in Panamá Stadt sein, ein Hotel mit 2.200 Zimmern und 74 Stockwerken. Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2011 beendet sein.

Im vergangenen Dezember 2008 stach zum ersten Mal das Kreuzfahrtschiff „Enchantment of the Seas“ der Reederei Royal Caribbean aus dem ersten Heimathafen für Kreuzfahrtschiffe in Mittelamerika mit 2.200 Passagieren in der Stadt Colón zur See. Ziele sind die Städte Cartagena und Santa Marta in Kolumbien und die Niederländischen Antilleninseln Aruba, Curacao und Bonaire. Dieser erste Heimathafen für Kreuzfahrtschiffe in Mittelamerika für eine Gesamtinvestition von 15 Millionen USD verfügt über ein Transportterminal von 10.000 Quadratmetern, einen 200 Meter großen Hafendamm und kann täglich 18.000 Koffer befördern. Mehr als 100 Menschen finden Arbeit in dem neuen Hafen, der sich innerhalb eines touristischen Zentrums mit Geschäften, Hotels und anderen Seeterminals befindet. Der Kreuzfahrttourismus in Panamá befindet sich in einem stetigen Wachstum. Seit dem Jahr 2000 legten 1.219 Schiffe mit 1,6 Millionen Passagieren in Panamá an und brachten Einnahmen von mehr als 151 Millionen USD. In der Saison Oktober 2007 bis Mai 2008 brachten 141 Kreuzfahrtschiffe insgesamt 163.358 Passagiere und Einnahmen von 15,5 Millionen USD. Nach Auskunft der Tourismusbehörden übersteigen im Jahr 2008 die Einnahmen aus dem Tourismusbereich die des Panamákanals (1,082 Mrd. USD), der Freihandelszone von Colón (696,2 Mill. USD) und des Exportes von Bananen und Garnelen.

www.panamainfo.com, www.ipat.gob.pa

(Quelle für sämtliche Zahlen aus Mittelamerika: CATA, Madrid, Tourismus,inisterien der Länder)

 

Mexiko

erfreute sich ebenfalls im Jahr 2008 eines Wachstums trotz Krise. Nach Angaben der UNWTO wird mit einem Anstieg von 6 % für das Gesamtjahr 2008 gegenüber 2007 gerechnet. Dies führt die Welttourismusorganisation zum einen zurück auf einen niedrigen Peso, zum anderen auf verstärkte Marketingkampagnen in Europa und Südamerika sowie auf die noch immer anhaltende Reisefreude der US-Amerikaner an die Riviera Maya.

Das Mexikanische Fremdenverkehrsamt in Frankfurt vermeldet hinsichtlich der deutschen Reisenden für 2008 einen Anstieg von 4,2 %. Gegenüber den 151.969 Deutschen, die im Jahr 2007 Mexiko besucht hatten, reisten im Jahr 2008 158.276 deutsche Touristen in das beliebte lateinamerikanische Land.

Dabei locken mittlerweile nicht mehr nur die Strände an Karibik und Pazifik und die Mayaruinen der Halbinsel Yucatan. Mehr und mehr Reisende entdecken auch das zentrale Hochland Mexikos mit seinen Kolonialstädten oder die Wüsten- und Kakteenlandschaften der Baja California. Bei den internationalen Touristenankünften wurden nach Angaben des Mexikanischen Fremdenverkehrsamtes im Jahr  2008 insgesamt 22,6 Millionen Reisende gezählt. Im Gesamtjahr 2007 waren 21,551 Million Reisende in das alte Reich von Azteken und Maya gekommen.

.(Quelle: Mexikanisches Fremdenverkehrsamt, Frankfurt, SIOM und World Tourism Organisation UNWTO)

www.visitmexico.com

 

Die Destinationen Südamerikas

Argentinien

Nach ersten Angaben der Secretaria de Turismo Argentiniens besuchten 2008 4.596.798 internationale Reisende das Land am Río de la Plata. Damit verbucht Argentinien für das Gesamtjahr einen knapp einprozentigen Anstieg seiner Touristenankünfte gegenüber 2007 als 4.561.742 Touristen einreisten. Gegenüber 2006 hatte der Anstieg noch 9,3 Prozent betragen. Während in den ersten drei Quartalen 2008 die Steigerungen zwischen 3 und 5 Prozent lagen, machten sich im 4. Quartal mit einem Rückgang von 8,7 Prozent erste Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise bemerkbar. Als Reaktion auf die Krise und weitere eventuell zu erwartende Rückgänge aus dem internationalen Markt wollen die Tourismusverantwortlichen vor allem den Inlandstourismus stärken und ein besonderes Augenmerk auf die Förderung höherwertiger touristischer Produkte wie Golf, Polo, Wein, Wintersport, etc. richten.

Mit Einkünften von 4,2 Mrd. USD im Jahr 2007 befindet sich der Tourismusbereich unter den fünf wichtigsten Wirtschafssektoren des Landes. Die Einnahmen für das Jahr 2008 werden auf 4,655 Mrd. USD geschätzt. Die Anzahl der Deutschen, die über den Flughafen Ezeiza in Buenos Aires einreisten, betrug im Jahr 2008 62.912. Damit verbuchte das Land hinsichtlich der Reisenden aus dem deutschen Markt gegenüber 2007 mit 58.922 Touristen einen Anstieg von 6,8 Prozent.

Auf dem Hotelsektor sind nach Angaben des Tourismussekretariats insbesondere die Investitionen von spanischen und italienischen Hotelketten zu erwähnen..

(Quelle: Secretaria Nacional de Turismo)

www.turismo.gov.ar


Brasilien

5,785 Milliarden USD betrugen die Gesamteinnahmen des Tourismussektors Brasiliens im Jahr 2008 und lagen damit um 16,8 Prozent über dem Vorjahresergebnis von 4,953 Milliarden USD. Damit liegen die Einnahmen Brasiliens mehr als doppelt so hoch wie der von der Welttourismusorganisation gemeldete weltweite Durchschnitt von 7 Prozent. Dieser Devisenzufluss im Jahr 2008 markiert für das größte Land Südamerikas einen historischen Rekord seit Beginn der Erhebung im Jahr 1969. Nach Angaben von Margareth Anne Grantham, der Vertreterin der brasilianischen Tourismusorganisation Embratur in Deutschland, konnte für 2008 ebenfalls ein hohe Bettenauslastung in der Hotellerie sowie eine große Nachfrage von Seiten der Reiseagenturen vermerkt werden. Der Tourismussektor steht somit an erster Position der Exporte von Dienstleistungen und an vierter Stelle in der Handelsbilanz. Rund 6,3 Millionen Menschen arbeiten im Tourismusbereich Brasiliens.

Im Jahr 2007 hatten insgesamt 5.025.834 internationale Touristen Brasilien besucht. Davon kamen 1.906.078 aus Europa, 257.719 aus Deutschland. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgabe deutscher Touristen in Brasilien betrug 59 USD am Tag. Dabei gaben Geschäftsreisende 117,1 USD täglich aus, Urlauber 64,7 USD. Der durchschnittliche Aufenthalt deutscher Touristen betrug im Jahr 2007 26,2 Tage. Geschäftsreisende blieben im Durchschnitt 14 Tage, Urlauber 19,2 Tage. Die Anzahl der ausländischen Reisenden nach Brasilien im Jahr 2008 lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Auch für das Jahr 2009 lautet das Ziel, die Position Brasiliens auf dem touristischen Weltmarkt zu behaupten und weiter auszubauen. Auf die Frage, inwiefern Frau Grantham für 2009 negative Auswirkungen der internationalen Wirtschaftslage auf den Tourismusbereich Brasiliens erwartet, werden ihrer Ansicht nach die Auswirkungen auf den Tourismus insbesondere von der Rezessionslage der wichtigsten  Quellmärkte und von der Stabilisierung des Wechselkurses abhängen. Letzterer könne sich langfristig als positiver Faktor für Brasilien herausstellen, denn mit der Abwertung des Reals zum Dollar und Euro, würden die brasilianischen Reiseziele günstiger und damit interessanter für Europäer und Nordamerikaner. Als Reaktion auf die weltweit schwierige Lage, möchte Brasilien zukünftig stärker in gezielte Werbemaßnahmen investieren, um die derzeitigen Marktanteile zu halten und Potenziale weiter auszubauen. Um der neuen Situation angemessen begegnen zu können, wurde der  internationale Marketingplan „Aquarela“ für die kommenden zwei Jahre entsprechend angepasst. Dieser Aktionsplan basiert nach Margaret Anne Granthams Worten auf vier Monaten intensivster Arbeit und der Potenzialanalyse der brasilianischen Bundesländer. Ergebnis sei eine neue Produktmatrix, die internationale Werbung differenziert nach Produkten, Dienstleistungen und Routen je nach Markt, Segment und Zielpublikum zu gestalten. Oberste Priorität habe für Brasilien in der Aktualität die Übermittlung von Informationen an die touristischen Vertriebspartner und Reiseagenturen. Grantham sieht für Brasilien mit seinem großen Potenzial an Naturlandschaften vor allem Chancen für die Positionierung im Öko- und Abenteuertourismus. 2008 war das Land Gastgeber des ATWS (Adventure Travel World Summit) und wurde von der Zeitschrift National Geographic Adventure als Welt-Top-Reiseziel dieses Segmentes ausgezeichnet. Durch den Erhalt seiner reichen und vielfältigen Natur, der Verbesserung der Infrastruktur in den einzelnen Destinationen, anhand von Qualifizierungsprogrammen und Zertifizierung der Agenturen möchte das Land mehr internationale Touristen für dieses Segment gewinnen. Für die kommenden zwei Jahre ist das Hauptziel die Beibehaltung der derzeitigen Marktanteile unter Berücksichtigung der aktuellen Lage und in Beobachtung der direkten Wettbewerber. So könne gesichert werden, dass bei einer Wiederbelebung des Reisemarktes für Brasilien die Chance bestehe, touristisch weiter zu wachsen. Als Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 freue man sich über die Chance, der Welt die Schönheiten Brasiliens zu zeigen und das Land als attraktives Reiseziel zu etablieren.

Im Jahr 2009 sollen rund 26,5 Millionen Euro in internationale Werbemaßnahmen investiert werden. Im vergangenen September startete Brasilien eine neue, weltweite Werbekampagne unter dem Motto „Brasilien – sensationell“. Bis Juni 2010 werden voraussichtliche Investitionen von 88 Millionen USD (entsprechend ca. 68 Millionen Euro) getätigt. 2009 wird die Kampagne zunächst in 13 ausgesuchten Ländern durchgeführt werden. Sie umschließt neben klassischer Werbung die Unterstützung des Vertriebs, Business-Round-Tables, Famtrips für Reiseagenturen, Werbeaktionen und die enge Zusammenarbeit mit PR-Agenturen. In Deutschland erscheint die Kampagne seit September 2008 in der touristischen Fachpresse, im Internet sowie an den stark frequentierten Flughäfen Frankfurt, Hamburg, München und Berlin. Bis März 2009 wird die Aktion unter Einbeziehung der von deutschen Touristen stark bereisten brasilianischen Destinationen Amazonas, Belo Horizonte, Foz do Iguaçu, Pantanal, Santa Catarina, Rio de Janeiro und São Paulo durchgeführt.

Innerhalb Brasiliens wird vor allem der Ausbau der Infrastruktur von Regierungsseite vorangetrieben. Dazu gehören der Aus- und Umbau von Flughäfen, Straßen und Seehäfen. Zwischen 2007 und 2010 sind Investitionen in Höhe von 19 Milliarden Euro für diesen Bereich vorgesehen. Das Ministerium für Tourismus fördert die touristische Entwicklung in 65 brasilianischen Destinationen nach den Grundsätzen der ökologischen, sozio-kulturellen und wirtschaftlichen Nachhaltigkeit mit dem Ziel, bis 2014, dem Jahr der Fußball-WM in Brasilien, qualitativ hochwertige Reiseangebote zu bieten, die auf dem touristischen Weltmarkt bestehen können. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Infrastruktur und der Zugangswege, Nachhaltigkeit und Marketing. Hinsichtlich des Hotelangebotes verzeichnet Brasilien zunehmend Investitionen großer Hotelketten, hauptsächlich aus Europa, in verstärktem Maße aus Portugal, Spanien und Italien. Zwischen 2007 und 2009 gibt es insgesamt 138 Projekte mit über 26.000 neuen Zimmern. So bietet das Land heute eine breite Palette von Unterkünften aller Kategorien, von Luxusressorts an Stränden, über charmante Gasthöfe bis zu rustikalen Dschungelhotels im Amazonasgebiet.

(Quelle: Embratur)

www.turismo.gov.br, www.braziltour.com

 

Bolivien. Die touristische Vielfalt des Landes, die Kombination der Naturschönheiten und der kulturellen Highlights mit der Begegnung der einheimischen Bevölkerung sowie die Stärkung des indigenen Tourismus sind nach wie vor die Ziele des Tourismusplans  für die Jahre 2007 – 2011. Im Jahr 2007 waren 407.784 Reisende auf dem Luftweg nach Bolivien eingereist, davon 251.734 Ausländer. Im Jahr 2006 hatte die Anzahl der auf dem Luftweg eingereisten Ausländer 241.957 betragen, die Gesamtzahl lag 2006 bei 384.215. Für das Jahr 2008 lagen bei Redaktionsschluss noch keine Zahlen vor

(Quellen: Instituto Nacional de Estadística, INE, Bolivien )

www.bolivia.com; www.bolivialine.de, www.turismobolivia.bo

 

Chile

In Krisenzeiten nicht nur die Preise senken, sondern durch gezielte strategische Maßnahmen insbesondere die Attraktivität des touristischen Angebotes steigern, rät Chiles Tourismusdirektor Oscar Santelices Altamirano den touristischen Leistungsträgern seines Landes. Damit gerade auch kleine Unternehmen dieses Ziel erreichen können, haben SERNATUR und CORFU das Programm „Servicios Turísticos de Calidad“ – „Touristische Leistungen mit Qualität“ eingeführt. Durch dieses Programm, mit dem die Qualität touristischer Serviceleistungen anhand von 18 fest gelegten Normen gewährleistet werden soll, können insbesondere kleinere Unternehmen in den Genuss von Subventionen für professionelle Beratung und die Zertifizierung ihrer Leistungen kommen. Spezielle Aktionspläne sollen in sämtlichen touristischen Regionen Chiles die Qualitätszertifizierung bei Veranstaltern, Hotels und Reiseagenturen vorantreiben, um ein qualitativ hochwertiges chilenisches Tourismusangebot zu erreichen, das im internationalen Wettbewerb bestehen kann.

Im Jahr 2008 besuchten insgesamt 2.650.000 internationale Touristen das südamerikanische Land gegenüber 2.506.756 im Jahr 2007 (+ 6 %). Die Deviseneinnahmen aus dem Tourismus beliefen sich nach Angaben von SERNATUR auf 2,02 Milliarden USD (plus 12 % gg. 2007). Den größten Anstieg verzeichnete Chile demnach bei den Reisenden aus Brasilien (+ 15 %), Argentinien (+11 %), Israel (+ 21 %), Kanada (+ 8 %), Japan (+ 11 %), den Vereinigten Staaten (+5 %), Holland (+ 26 %) und Deutschland (+ 6 %). Im Jahr 2007 hatten 71.170 deutsche Reisende Chile besucht. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgabe belief sich auf 85 bis110 USD bei den Brasilianern und US-Amerikanern und 60 bis 70 USD bei den europäischen Reisenden.

Auch im Januar 2009 befand sich die chilenische Tourismusindustrie trotz Wirtschaftskrise noch im Auftrieb mit einem Anstieg der Deviseneinnahmen (insgesamt 289 Millionen USD) um 9 % gegenüber Januar 2008. Erste Auswirkungen der Krise verspürte der chilenische Tourismusmarkt jedoch bei den Touristenankünften im ersten Monat des Jahres 2009, u.a. aus Brasilien (- 19 %), den USA (- 18,5 %) und Deutschland (-18,6 %) gegenüber Januar 2008. 

Chile begeistert vor allem durch seine Naturschönheiten. Seine landschaftliche Vielfalt ist geprägt durch faszinierende Gegensätze von der Trockenheit der Atacamawüste über schneebedeckte, bizarr geformte Andenriesen, dichte Waldgebiete und leuchtendgrüne Täler mit traumhaften Seen bis in die unendliche Weite Patagoniens, zu Gletschern und einsamen Fjorden. Nicht zu vergessen die geheimnisvolle Osterinsel im Pazifischen Ozean in weiter Ferne des chilenischen Mutterlandes.

(Quelle: SERNATUR, Chile)

www.sernatur.cl, www.chile.travel

 

Ecuador

Ecuador, seit einigen Jahren in Deutschland vertreten durch die PR- und Marketing Agentur BZComm, erfreut sich in den letzten Jahren steigender Beliebtheit, die sich in stetig steigenden Einreisezahlen aus dem deutschen Markt äußert. Im Jahr 2008 kamen 24.277 deutsche Reisende in das Land am Äquator gegenüber 23.202 deutschen Touristen im Jahr 2007. Ebenso stieg die Anzahl aller internationalen Reisenden nach Ecuador um 7,23 %. 1.005.297 Touristen aus aller Welt besuchten 2008 das Land, das für seine ökologische Vielfalt und die Ursprünglichkeit seiner Kulturen und Traditionen bekannt ist. Im Jahr 2007 hatte die Anzahl der internationalen Touristen 937.487 betragen. Der Großteil der Reisenden kam 2008 mit 244.406 aus den Vereinigten Staaten (gg. 246.718 im Jahr 2007) vor den Besuchern aus dem Nachbarland Kolumbien mit 200.487 (gg. 184.632 im Jahr 2007). Vom europäischen Markt kamen die meisten Touristen aus Spanien mit 49.937 Reisenden (2007: 49.913), gefolgt von Großbritannien mit 25.180 Touristen (2007: 24.301) und Deutschland. An Einnahmen verbuchte das Land aus dem Tourismusbereich 352,8 Millionen USD im ersten Halbjahr 2008 (gegenüber 291,7 Millionen USD im gleichen Vorjahreszeitraum 2007). Die Gesamteinnahmen aus dem Tourismusbereich hatten 2007 623,4 Millionen USD betragen.

Eines der Hauptziele des bereits im Herbst 2007 vom Tourismusministerium veröffentlichten Tourismusplans für die kommenden 12 Jahre, “Plandetur 2020”, ist die Förderung eines nachhaltigen Tourismus in Ecuador.

Der Plan umfasst 78 unterschiedliche Projekte in 22 Bereichen, u. a.

  • Ausbau der touristischen Infrastruktur (z. B. Informations- und Servicestellen an touristischen Knotenpunkten)
  • Pilotprojekte für Kultur- und Ökotourismus
  • Förderung des gemeindebasierenden Tourismus (die indigene Bevölkerung soll weiterhin in touristische Angebote eingeschlossen werden. Arbeitsplätze werden geschaffen und die indigene Kultur wird so geschützt)
  • Grundsätze des Naturschutzes und der Biodiversität werden in neue Ausbildungsprogramme der Touristik einfließen.

Gleichzeitig soll daneben der nationale Tourismus gefördert werden unter dem Motto “Ecuador es tuyo” –“Ecuador ist deins”.

Noch immer ein Traumziel vieler Touristen bleiben nach wie vor die unter Schutz stehenden Galápagos Inseln, die von den meisten Lateinamerika-Spezialisten in Kombination mit Rundreisen auf dem Festland, vor allem nach Quito und in die Andenregion angeboten werden.

(Quelle: Ecuadorianische Tourismuszentrale)

www.vivecuador.com

 

Kolumbien.

Kolumbien, jahrelang das „Sorgenkind“ unter den südamerikanischen Tourismusdestinationen, erholt sich in den letzten Jahren stetig und erlangt  zunehmende Bedeutung bei Reisenden und Veranstaltern. So brachte auch das Jahr 2008 (Januar bis November) eine Zunahme der Ankünfte internationaler Reisender um 3,9%. Gegenüber 1.066.845 ausländischer Touristen, die zwischen Januar und November 2007 Kolumbien bereist hatten, wurden im gleichen Zeitraum des Jahres 2008  1.108.312  internationale Reisende gezählt .Davon kamen jeweils 20% aus den Vereinigten Staaten und Venezuela, 7% aus Ecuador, sowie 6% aus Peru und Spanien. Insgesamt reisten von Januar bis November 2008  181.116  Reisende aus den Staaten der Europäischen Union ein (gg. 174.119 im gleichen Zeitraum 2007). Aus Nordamerika kamen  317.587 (gg. 314.411 Jan.-Nov. 2007). Aus Deutschland reisten 20.111 Touristen gegenüber dem gleichen Zeitraum 2007 ein, als 19.381 Deutsche Kolumbien besuchten (+3,8%). Die meisten Europäer kommen mit 62.879 aus Spanien, mit weitem Abstand folgen Frankreich mit 25.347 Touristen und Italien mit 22.302. Die meisten Besucher verbuchte die Hauptstadt Bogotá,  in der in den vergangenen Monaten das legendäre Goldmuseum nach umfassender Renovierung wiedereröffnete, mit 582.239 internationalen Reisenden. Danach folgt Cartagena, für viele eine der schönsten Städte Südamerikas, mit 128.914 Besuchern. Die seit vielen Jahren von deutschen Veranstaltern angebotene Insel San Andrés zählte von November bis Januar 2008 53.534 Touristen.

Einen Aufschwung erlebte auch in Kolumbien, wie in vielen anderen lateinamerikanischen Destinationen, das Kreuzfahrtgeschäft. 132 Schiffe legten zwischen Januar und November 2008 in Kolumbien an (gg. 74 im gleichen Vorjahreszeitraum). Sie brachten insgesamt 182.324 Passagiere (gg. 93.644 Jan.-Nov. 2007). Nachdem Kolumbien im Jahr 2007 als Gast das Lateinamerika-Forum erfolgreich mitgestaltet hatte, plant das Land auch im Jahr 2009 auf dem deutschen Markt aktiv zu werden, u. a. mit einer verstärkten Zusammenarbeit mit der Arge Lateinamerika e.V. .

 (Quelle: Ministerio de Comercio, Industria y Turismo, Kolumbien)

www.turismocolombia.com; www.colombiaespasion.com

 

Paraguay

Nach einem Anstieg seiner Touristenankünfte von mehr als 7 Prozent im Jahr 2007, vermeldet die Secretaria Nacional de Turismo Paraguays (SENATUR) für das Jahr 2008 ein Wachstum von 3 Prozent. Insgesamt besuchten 428.230 internationale Reisende das Land gegenüber 415.700 im Jahr 2007. Davon kamen 34.250 Reisende aus Europa, 2,48 % weniger als 2007 (35.111 Reisende, was gg. 2006 ein Anstieg von 15 % bedeutet hatte). Die Anzahl der deutschen Touristen stieg mit 10.470 um 1,01 % gegenüber 2007 mit 10.350 deutschen Reisenden. Der Anstieg im Jahr 2007 gegenüber 2006 hatte noch bei rund 11 % gelegen. Auf dem Einnahmesektor verbuchte Paraguay mit 105 Mio. USD eine Steigerung von 3,13 % gegenüber 102 Mio. USD im Jahr 2007.

Gemäß SENATUR sind trotz der noch zufrieden stellenden Zahlen bereits die ersten Auswirkungen der internationalen Krise zu verspüren. Insbesondere aus den Nachbarländern Argentinien und Brasilien sei ein merklicher Rückgang zu verzeichnen. Dies gelte ebenso für den europäischen Markt, da Paraguay häufig als „Zweitdestination“ mit einer Reise nach Brasilien oder Argentinien kombiniert werde. Eine aufgrund der internationalen Krise von Experten zu erwartende Kürzung der allgemeinen Reisedauer könnte für Zweitdestinationen wie Paraguay besondere Auswirkungen haben. Deshalb will das Land kurzfristig ein besonderes Augenmerk auf die Förderung des Inlandtourismus legen sowie auf die südamerikanischen Märkte, um für die Nachbarmärkte insbesondere bei den Nischenprodukten wie Golf, Shopping, Incentives, etc. eine attraktive Alternative zu bieten. Trotzdem soll weiterhin die Präsenz auf den wichtigsten touristischen Messen in Europa beibehalten werden und der Tourismussektor im eigenen Land ausgebaut werden. An Investitionen wurden für das Jahr 2009 rund 3 Mio. USD für den Ausbau des Hotelsektors bereitgestellt sowie 821 Mio. USD für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, u.a. für den Straßen- und Brückenbau sowie den Flughafen der im Süden Paraguays gelegenen Stadt Encarnación.

Daneben wurde ein ehrgeiziger nationaler Masterplan für die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus 2018 (Plan Maestro Nacional de Turismo Sustenable Paraguay 2018) erarbeitet und verabschiedet, der mittel- und langfristig die Grundlagen für die Tourismuspolitik und erforderliche öffentliche und private Investitionen in den Sektor liefern soll. Die Zielsetzungen dieses Plans konzentrieren sich auf acht fundamentale Punkte, u.a.:  Paraguay als internationale Tourismusdestination positionieren, eine Differenzierung und Selektion der touristischen Segmente und Märkte, eine Steigerung der touristischen Einnahmen, Ausbau der touristischen Infrastruktur sowie die gesteuerte Entwicklung eines nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Tourismus auf der Basis der vorhandenen humanen, kulturellen und natürlichen Ressourcen des Landes. Als Ziele werden u.a. genannt die Steigerung der Touristenzahlen von 415.000 im Jahr 2007 auf 995.000 im Jahr 2018, ein Anstieg der touristischen Einnahmen von 102 Mio. USD im Jahr 2007 auf 498 Mio. im Jahr 2018, den Ausbau des Bettenangebotes von 12.400 im Jahr 2007 auf 36.000 im Jahr 2018 sowie ein wachsender Anteil der direkt im Tourismus Beschäftigten von 9.100 auf 17.700 und der indirekt Beschäftigten von 27.000 im Jahr 2007 auf 45.000 im Jahr 2018.

Eines der größten touristischen Projekte unter dem Dach der Wirtschaftsgemeinschaft MERCOSUR für die kommenden Jahre stellt die „Entwicklung der touristischen Produkte auf der länderübergreifenden Tourismusroute Yguazu-Misiones  dar. Innerhalb Paraguays ist dabei der Ausbau des Geländes des ehemaligen Schweizer Wissenschaftlers Moisés Bertoni, der sich wie kaum ein anderer mit der Kultur der Guaraní und der Flora und Fauna des ihn umgebenden tropischen Waldgebietes beschäftigte, und der Restaurierung und Verbesserung der Jesuitenreduktionen von Trinidad, die 1993 von der UNESCO als Kulturgut der Menschheit deklariert wurden, dar. Für eine Gesamtinvestition von 1,3 Mio. USD beinhaltet das Projekt die Errichtung eines schwimmenden Kais für Touristenboote, eines Informationsbüros, Cafeteria und Souvenirgeschäften sowie der Anlage von Spazierwegen und Lehrpfaden am Monumento Moisés Bertoni und die Neueinrichtung von Licht- und Tonanlagen in den Misiones Jesuítica de Trinidad.

(Quelle: Senatur, nationale Tourismusorganisation Paraguays )

www.senatur.gov.py

 

Peru

Nach Angaben von MINCETUR, dem Tourismusministeriums Perus und der Welttourismusorganisation WTO verzeichnete Peru mit 11,8 % Zuwachs seiner Touristenzahlen von Januar bis September 2008 das größte Wachstum innerhalb der Destinationen Südamerikas. Insgesamt besuchten in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres 1.503.951 internationale Reisende das ehemalige Inkaland. Aus Europa kamen 311.690 Touristen und damit 7 % mehr als im gleichen Zeitraum 2007. Aus Deutschland besuchten 37.342 Reisende (+1 %) das Land, das mit der legendären Inkastätte Machu Picchu noch immer eines der großen Traumziele Südamerikas darstellt. Bei den Touristeneinnahmen von 2,082 Mrd. USD  in den Monaten Januar bis September 2008 ergab sich ein Wachstum von 26 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. Der Tourismussektor des Landes belegt damit den zweiten Rang hinter dem Bergbau.

Nach Angaben der nationalen Tourismusorganisation  PROMPERU wurden 2008 lediglich bei den Reisenden aus dem europäischen Markt erste Anzeichen der Krise sichtbar. Obwohl das Wachstum von 7 % zwischen Januar und September aus dem europäischen Markt das vieler anderer Länder überstieg, hat es sich in Relation zum Zeitraum Januar bis September 2007, als rund 14 % Touristen mehr kamen als  2006, um die Hälfte verringert. Im Gegensatz dazu zeigte der Touristenstrom aus dem US-amerikanischen Markt mit 14 % in den ersten neun Monaten 2008 noch immer einen erfreulichen und über dem allgemeinen Durchschnitt liegenden Aufwärtstrend, wobei die weitere Entwicklung noch nicht absehbar ist. Auch Peru erwartet für 2009 allgemein eine leichte Abschwächung des jährlichen Wachstums der Touristenzahlen.

Peru, das mit seinen historischen Stätten als eine der großen Kulturdestinationen Südamerikas gilt, bietet mittlerweile ein breit gefächertes touristisches Angebot, insbesondere mit vielfältigen Möglichkeiten zum Aktiv- und Abenteuertourismus.   

(Quelle: MINCETUR, PROMPERU)

www.peru.info

 

Guyanas

Trotz eines beträchtlichen Rückgangs der Touristenzahlen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2008 von -25,8 % (insgesamt 38.590 Reisende für diesen Zeitraum), spricht Tourismusminister Manniram Prashad hinsichtlich des gesamten Jahres 2008 von einem gutem Jahr für das Land, das vor allem für Vogelbeobachter längst mehr als ein Geheimtipp ist. Verschiedene Marketing-Initiativen, u.a. eine Werbekampagne in der BBC und die Teilnahme an großen Tourismusmessen wie der ITB oder ein neuer internationaler Reiseführer „The Bradt Travel Guide“ haben nach Meinung des Tourismusministers dem Tourismussektor nach einem erstklassigen Jahr 2007, als die Cricket-Weltmeisterschaft in Guyana für Besucherrekorde sorgte, erneuten Aufwind gegeben.

Auch 2009, dem „Destination Amazonia Year“ hofft man bei den Verantwortlichen auf ein großes Tourismusjahr. Die acht Länder, die Anteil an der Amazonasregion haben: Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Peru, Suriname und Venezuela, haben diese gemeinsame Initiative unter dem Dach der Amazon Cooperation Treaty Organisation (ACTO) ins Leben gerufen, um auf die Schätze der Region aufmerksam zu machen und sie touristisch zu fördern. Neben einer Trans-Amazonien-Geländewagen-Rallye, Amazonas-Expeditionen oder der International World of Amazon Tourism Fair, wird es 2009 eine Reihe von Veranstaltungen geben, die mit den Kulturen und Naturschätzen des Amazonasgebietes bekannt machen sollen. Guyana wird im Rahmen dieses Jahres die Pakaraimas Mountain Safari, das Rupununi Rodeo, das Rockstone Fisch Festival und eine internationale Ökokonferenz ausrichten. Im Jahr 2007 hatte die Zahl der internationalen Touristen in das „Land der vielen Wasser“, wie Guyana nach dem Arawak-Dialekt übersetzt heißt, 131.487 betragen, 15,9 % mehr als 2006. Davon waren 68.861 Reisende aus den USA (+20,4 % gg. 2006), 19.508 aus Kanada (+33,8 % gg. 2006) und 9.686 Reisende aus Europa (+15,4 %) gekommen. Das Land zieht vor allem Natur- und Vogelliebhaber an. Rund 86 Prozent seines Territoriums sind von Regenwäldern bedeckt. Im Inneren finden sich Gebirge und Tafelberge. Der höchste Gipfel misst 2.180 m Höhe. Zahlreiche Bäche, Flüsse und Lagunen durchziehen das wasserreiche Land, das von Deutschland aus wie auch Suriname und Französisch-Guyana vor allem von Spezialveranstaltern wie Miller Reisen, Sommer Fernreisen oder Tourismus Schiegg angeboten wird.

www.guyana-tourism.com

 

Die Marketingaktivitäten von Französisch-Guyana, zwischen Suriname und Brasilien im Nord-Osten Südamerikas gelegen, zielen vor allem auf seine drei Hauptmärkte: Frankreich, die Schweiz und Belgien. In diesen Märkten sieht der Drei-Jahres-Plan 2007 bis 2010 Präsentationen des touristischen Produktes und die Teilnahme an Messen, Anzeigenkampagnen und die Zusammenarbeit mit Veranstaltern und Reisebüros vor. Klares Ziel des Marketingplanes ist die Anzahl der Reisenden bis zum Jahr 2010 auf 150.000 jährliche Ankünfte zu steigern. Auch dieses Land besteht zum größten Teil aus tropischen Wäldern (90 % der Landesfläche), ein Großteil von ihnen steht unter Naturschutz. Die meisten Reisenden, die Französisch Guyana besuchen sind Naturtouristen. Eine weitere Hauptattraktion für die ausländischen Besucher ist das europäische Raumfahrtzentrum Kourou, von dem die Ariane-Raketen zu ihren Weltraumausflügen starten. Von den Veranstaltungen lockt vor allem der exotische Karneval des Landes, der von den Einwohnern Französisch Guyanas jährlich an mehr als vier Wochen zwischen Januar und März Besitz ergreift. Nach Angaben des Comité du Tourisme de la Guyane, dessen Europavertretung ihren Sitz in Paris hat, kamen im Jahr 2005 85.000 Touristen, davon allein 65 % Franzosen.

www.tourisme-guyane.com

 

Suriname Suriname, im Nordosten Südamerikas gelegen, wurde von zahlreichen Kulturen beeinflusst. Afrikaner, Amerikaner, Asiaten und Juden hinterließen ihre Spuren in dem tropischen Land mit herrlichen Karibikstränden und dichten Regenwäldern. Die als UNESCO-Kulturerbe deklarierte Hauptstadt Paramaribo mutet mit seiner kolonialen Architektur vor allem holländisch an. Ein Großteil der Reisenden kommt noch immer aus den Niederlanden mit mehr als 83.000 Touristen von Januar bis Oktober 2007. Sie machen weit mehr als die Hälfte der Gesamtbesucherzahl aus.  Im Gesamtjahr 2007 zählte Suriname 162.509 internationale Touristenankünfte. Gegenüber 2006 bedeutete dies ein Anstieg von 5,5 %. Die Anzahl der europäischen Reisenden betrug von Januar bis Dezember 2007 108.134 (+9,5 % gg. 2006). Für 2008 lag zum Redaktionsschluss lediglich die Anzahl der Reisenden für die Monate Januar und Februar vor, die 23.450 betrug und gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten ein Minus von 2,8 % darstellte .

www.surinam.org

(Quellen: Die oben genannten offiziellen Internetseiten der drei Länder, sowie für Guyana und Suriname die Caribbean Tourist Organisation)

 

Uruguay.Nach Angaben der World Tourism Organisation UNWTO verbuchte Uruguay im Jahr  2008 1.914.000 internationale Touristenankünfte und damit einen Anstieg von 9,3% gegenüber dem Jahr 2007 (1,752 Mill.). Der stärkste Monat war dabei der August 2008 mit einem Anstieg der Touristenzahlen um 35% gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat. Hinter Peru ist Uruguay damit das touristisch am stärksten wachsende Land Südamerikas, wobei nicht zu vergessen ist, dass die Zahlen aus Brasilien für das Jahr 2008 bei Redaktionsschluss noch nicht vorlagen. Die Marketinganstrengungen Uruguays, das im vergangenen Jahr sein touristisches Angebot im Rahmen des Lateinamerika-Forums präsentierte, konzentrieren sich neben dem traditionellen Sonnen- und Strandurlaub rund um Punta del Este, auf den ländlichen Tourismus und den Gesundheitstourismus sowie auf den Geschäftsreisesektor. Während der Großteil der Besucher mit mehr als 908.000 im Jahr 2007 aus Argentinien kam, wurden aus Europa 132.636 Reisende gezählt, darvon 14.923 aus Deutschland. Aus Nordamerika kamen 2007  89.646 Reisende. Die Daten für die Einreisenden aus den einzelnen Ländern lagen für 2008 bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

(Quelle: Ministerio de Turismo y Deporte, Uruguay, 2008: WTO Tourism Barometer Jan.08 )

www.turismo.gub.uy

 

Venezuela

Nach den Worten von Yean Luis Duran Siso, dem Präsidenten der nationalen Tourismusorganisation Venezuelas, INATUR, wird dem Tourismussektor momentan und in den kommenden Jahren eine größere Bedeutung zugemessen als in den Jahren zuvor. Demnach erhofft sich die venezolanische Regierung, dass der Tourismusbereich in den nächsten 10 Jahren zu einer bedeutenden wirtschaftlichen Alternative des Petroleumsektors avanciert. Nach Informationen der Venezolanischen Botschaft, Abteilung Wirtschaft, Handel und Tourismus in Berlin schätzt man, dass der Tourismussektor im Jahr 2008 4,61 % zum Brutto-Inlands-Produkt des Landes beigetragen hat.

Mit einem neuen Tourismusgesetz, das im Sommer 2008 in Kraft trat, sollen die Investitionen in diesem Bereich angekurbelt und gestärkt werden. In diesem Sinne plant man, auch die Marketing- und Promotionsaktivitäten im Ausland zu verstärken. Die wichtigsten Märkte für Venezuela sind nach wie vor die USA, Kanada und Kolumbien, aber auch die europäischen Märkte, allen voran die iberische Halbinsel sollen verstärkt beworben werden. Dabei soll das Land, das traditionell als karibisches Sonnenziel, speziell mit der Insel Margerita gilt, als Destination der Vielfalt vermarktet werden. Neben den 3.000 km Küsten und mehr als 300 vorgelagerten Inseln in der Karibik, sind die Gran Sabana mit ihren berühmten Tafelbergen, die Anden mit dem 5.000 m hohen Pico Bolivar rund um die Stadt Mérida, der Nationalpark Canaima mit dem Wasserfall des Salto Angel und die tropischen Regenwälder mit ihrer Flora und Fauna die großen Touristenattraktionen des Landes.

Nach ersten Schätzungen hat der Tourismussektor Venezuelas im vergangenen Jahr 2008 ein 6-prozentiges Wachstum gegenüber 2007 verbucht und Einnahmen von insgesamt 9,1 Mrd. Bolivares  (ca. 4,25 Mio. USD).  Die Touristenanzahl schätzt Yean Luis Duran Siso für 2008 auf mehr als 1 Million Reisende. Im Jahr 2007 betrug die Anzahl der internationalen Reisenden nach Angaben der WTO und  MINTUR (Tourismusministerium Venezuelas) rund 771.000. 

(Quelle: Ministerio de Turismo, Venezuela. Venezolanische Botschaft Berlin, Interview mit Yean Luis Duran Siso, Carribbean News Digital, 05.02.2009 )

www.visit-venezuela.com

 

Anmerkung der Redaktion:

Für die oben gemachten statistischen Angaben wird keine Gewähr übernommen. Quellen sind die Welttourismusorganisation UNWTO, Madrid und die einzelnen Tourismusorganisationen der Länder (teils aufgrund Informationen per Email auf Anfrage, teils über die einzelnen Internetseiten und veröffentlichten Pressemitteilungen von Seiten der Organisationen) sowie im Fall von Guyana, Suriname und Belize die Carribbean Tourist Organisation.

 

Berlin, März 2009

 

 

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© arbeitsgemeinschaft lateinamerika e. v. 2006 | letzte bearbeitung: 20.04.2009 | impressum