Tourismus-Entwicklung und Statistiken

Der Riese Lateinamerika ist endgültig aufgewacht

Laut Aussage der UNWTO ist in den nächsten Jahren mit den Lateinamerikanern zu rechnen – in Wirtschaft und Tourismus

ags/ “Over the next several years we will witness the definitive awakening of this economic and tourism giant that has begun to mobilize itself to contribute to the generation of value and the fight against poverty“. Dies ist ein Satz aus einer Publikation der World Tourism Organisation UNWTO vom November des vergangenen Jahres unter dem Titel „Tourism in Iberoamerica“. Mit diesem aufstrebenden Giganten sowohl im gesamten Wirtschafts- als auch im Tourismusbereich sind die Länder Iberoamerikas gemeint, die mittlerweile laut Angaben der UNWTO 15 % der weltweiten Touristenankünfte für sich verbuchen können, was im Jahr 2005 zu Einnahmen von 90 Milliarden USD (73 Mrd. Euro) führte. Obwohl sich der größte Teil der 122 Millionen internationalen Touristenankünfte Iberoamerikas im Jahr 2005 dabei auf die Länder Spanien, Portugal, Andorra und Mexiko verteilten, zeigen gerade die lateinamerikanischen Tourismusdestinationen eine erstaunliche Dynamik während der vergangenen 15 Jahre. Während dieses Zeitraums verbuchten die Länder Zentralamerikas ein durchschnittliches Wachstum um plus 9 % und Südamerika plus 6 %. Damit liegt die Region um einiges höher als das durchschnittliche touristische Wachstum weltweit mit plus 4,1 %. Und gerade für die Länder Zentral- und Südamerikas erwartet die UNWTO auch bis 2020 ein weiteres rasantes Wachstum. Im Hinblick auf das vergangene Jahr 2006 konnte Mittelamerika eine Steigerung von 6 %, Südamerika plus 7 % seiner internationalen Touristenankünfte verbuchen. Mexiko musste nach vorläufigen Angaben der WTO einen leichten Rückgang von 3 % gegenüber dem Jahr 2005 hinnehmen. Obwohl die Schäden, die Hurrikan Wilma im Oktober 2005 angerichtet hatte, bereits bis zur Jahresmitte 2006 wieder vollständig beseitigt waren, begann erst in der Wintersaison 2006 der bereits früher erwartete Aufschwung der Touristenankünfte.

Die sieben, zu Mittelamerika gehörenden Länder Belize, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panamá, bleiben weiterhin auf Wachstumskurs, was die Anzahl der einreisenden Touristen und die Einnahmen durch den Tourismussektor angeht. So vermelden Belize, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panamá sowohl Zuwächse hinsichtlich der Anzahl der Touristenankünfte als auch der Deviseneinkünfte durch den Tourismus. Lediglich in Costa Rica ging nach ersten vorläufigen Angaben die Anzahl der einreisenden Touristen um – 2 % zurück, jedoch stiegen auch hier die Einkünfte aus dem Tourismusbereich.

Laut den vorläufigen Zahlen, die die einzelnen Tourismusministerien der zentralamerikanischen Ländern und CATA, die Central American Tourist Agency mitteilten, kamen im Jahr 2006 insgesamt 6.872.973 Touristen und 3.079.224 Ausflügler in die Länder der Region und hinterließen insgesamt 5,563.088 Milliarden US Dollar und damit 15,24 % mehr als im Jahr 2005 (4,827.3 Mrd. USD).

Die südamerikanischen Destinationen profitierten im vergangenen Jahr von der rasant wachsenden Wirtschaft innerhalb der Länder. So vermeldet die UNWTO in ihrem Bericht „World Tourism Barometer“ von Ende Januar 2007, dass in den meisten der Destinationen um die 10 % und höhere Steigerungen der Touristenankünfte im Jahr 2006 vermeldet wurden. Während Argentinien plus 8 % für die ersten drei Quartale 2006 vermeldet, Brasilien, Chile, Kolumbien, Paraguay und Peru jeweils mehr als 10 %, sind lediglich die internationalen Ankünfte in Ecuador und Uruguay nach Angaben der UNWTO zurückgegangen. Hauptsächliche Ursachen werden hier jedoch innerhalb der Länder selbst vermutet. So müssen Kolumbianer, die in Ecuador einreisen, eine gerichtliche Beglaubigung nachweisen, dass ihnen keine kriminellen Vergehen zur Last gelegt werden. Die Ecuadorianische Zentrale für Tourismus nannte nach ersten Schätzungen im Gegensatz hierzu eine Zahl von 900.000 einreisenden internationalen Touristen im Jahr 2006 gegenüber 860.784 in 2005. Zwischen Uruguay und Argentinien sind aufgrund von Brückenblockaden wegen Streitereien um die Umweltverträglichkeit von geplanten Zellulosefabriken am Rio Uruguay Zugänge zwischen den beiden Ländern gesperrt.

Eine Umfrage unter den Arge Mitgliedern, Veranstaltern und Fluggesellschaften, ergab ein ähnliches Bild auch vom deutschen Tourismusmarkt aus. Insgesamt wurde die Buchungslage sowohl für Südamerika als auch Mittelamerika als positiv eingestuft. In Südamerika wurden insbesondere Brasilien und Peru bei den meisten als gut bis sehr gut gebucht im Jahr 2006 angegeben. Nach Angaben der TUI/airtours hat gerade Brasilien eine sehr gute Präsenz sowohl in den Reisebüros als auch in den Köpfen des Reisepublikums. Eine ebenfalls positive Buchungslage zeigte bei den deutschen Veranstaltern Argentinien. Hier werden vor allem Reisen nach Buenos Aires gute Aussichten auch für 2007 bescheinigt. Stabil blieb bei den meisten Venezuela hinsichtlich seiner Buchungen im Vergleich 2006 zu 2005. Als problematisch wurde bei Ecuadorreisen vor allem der Preisanstieg für Kreuzfahrten auf die Galápagos Inseln erachtet, eine Problematik, die u.a. Studiosus als auch TUI/airtours hervorheben, wobei Incoming Spezialist Metropolitan Touring von Engpässen auf ihren Kreuzfahrtschiffen aufgrund der großen Nachfrage sprechen. Als problematisch wird noch immer die Flugsituation vor allem auf der Langstrecke erachtet.

Ein gemischtes Bild ergab sich auf unsere Frage nach Kolumbien, einem der Themen des diesjährigen Lateinamerika-Forums (siehe hierzu auch unsere gesonderte Pressemitteilung). Während insbesondere die Spezialveranstalter bereits wieder Reisen nach Kolumbien im Programm anbieten und wie avenTOURa seit Anfang 2006 und besonders seit Aufhebung der Reisewarnung durch das Auswärtige Amt einen Anstieg der Nachfrage vermerken und wie Tourismus Schiegg und viventura Reisen dem Land auch gute Chancen für einen weiteren Anstieg zugute halten, sind der Großteil der Veranstalter wie Studiosus, Gebeco, die TUI oder DERTOUR, aber auch einzelne Spezialveranstalter wie Sommer Fernreisen oder der Incoming Spezialist South American Tours eher skeptisch mit ihren Prognosen für das Land, das sie bisher aufgrund der Sicherheitslage bzw. dem schlechten Image, das Kolumbien noch hat, nicht anbieten bzw. nur in Teilen das Land bereisen.  

Auch für Mittelamerika und Mexiko werden die Aussichten als auch die Buchungen im vergangenen Jahr als gut bezeichnet. Besonders gut lief entgegen dem internationalen Trend Costa Rica. Während die meisten anderen Destinationen auch weiterhin gut als Länderkombinationen gebucht werden, scheint sich Costa Rica als Individualreiseziel auch bei den großen Veranstaltern zu behaupten. El Salvador, Honduras, Nicaragua und Panamá entwickeln sich erst allmählich in den Köpfen des Reisepublikums zu Reisezielen. Bei Guatemala wird von einigen Veranstaltern die Sicherheitslage als noch immer zu unsicher beurteilt. Mexiko spürte noch die Nachwehen von Hurrikan Wilma, die Buchungsaussichten aber werden von den meisten als positiv bezeichnet. „Mexiko kommt wieder und holt zum schwachen Vorjahr auf“, so Joern Krausser von DERTOUR.  

Touristenankünfte Mittelamerika gesamt:

 

2001

2002

2003

2004

2005

2006

Millionen

4,4

4,7

5,0

6,0

6,5

6,87

 

Touristenankünfte Südamerika gesamt:

 

2001

2002

2003

2004

2005

2006

Millionen

14,4

12,5

14,0,

16,0

18,3

19,6

Quelle: World Tourism Organisation, WTO


Die Länder im Einzelnen

Mexiko und Mittelamerika

Belize. „Der Tourismus bleibt auch weiterhin ein sehr wichtiger Sektor innerhalb der Wirtschaft unseres Landes, indem er vielen unserer Mitbürger zahlreiche Möglichkeiten bietet, ihren Lebensstandard zu verbessern“, betonte Tourismusminister Godfrey Smith zur offiziellen Eröffnung der „Tourism Awareness Week“ Ende Januar dieses Jahres. In dieser speziell dem Tourismus gewidmeten Woche sollte den Einwohnern des Landes durch zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus verdeutlicht werden. Nach ersten Schätzungen schloss das kleine englischsprachige Land, das vor allem durch seine überreiche Naturschönheit Besucher anzieht, das Jahr 2006 mit einer positiven Bilanz und 258.268 einreisenden Touristen und 800.331 Ausflüglern ab. Davon waren 34.373 Reisende aus Europa. Die Einkünfte aus dem Tourismusbereich betrugen dementsprechend 2006 insgesamt 191.8 Millionen USD gegenüber 174,7 USD im Jahr 2005, als 236.573 Touristen das Naturparadies bereisten. 

www.belizetourism.org, www.travelbelize.org

 

Costa Rica. In den Tourismussektor Costa Ricas wurde auch im Jahr 2006 weiterhin kräftig investiert. So wurden zahlreiche Hotelprojekte, wie das „Esencia, Hotel & Villas“ , bestehend aus 10 Villen und dem Hotel „Cuna del Ángel“ in Costa Rica eingeweiht und der Grundstein gelegt für neue Projekte, wie das zukünftige JW Marriott Guanacaste Resort & Spa an der Pazifikküste das über 310 Zimmer, einen 18-Loch-Golfplatz, Reitstall und Tennisplätze verfügen wird. Die voraussichtlichen Einkünfte aus dem Tourismussektor betrugen im Jahr 2006 nach vorläufigen Schätzungen 1,663.6 Mrd. USD und damit 4,65 % mehr als im Vorjahr (1,551.3 Mrd. USD). Die Touristenankünfte werden mit 1.645.470 Touristen und 315.187 Ausflüglern angegeben und gingen im Gegensatz zu den Einkünften aus dem Bereich leicht zurück. 2005 hatte die Zahl der einreisenden Touristen 1.659.167 und 255.336 Ausflügler betragen. An europäischen Reisenden zählte Costa Rica nach ersten Angaben im Jahr 2006 191.570.

www.visitcostarica.com

 

El Salvador ist seit geraumer Zeit bemüht, den Bereich des Tagungs- und Incentive-Tourismus auszubauen, wobei auch der Sonnen- und Strandsektor sowie der Wassersportbereich eine große Nachfrage in dem mittelamerikanischen Land erfahren. Momentan verfügt El Salvador über insgesamt 6.690 Hotelzimmer in 269 Hotels, um die Urlauber zu beherbergen. Große Hotelketten wie Decameron, Barceló oder Marriott investieren momentan in neue Häuser, angezogen durch das neu erlassene Tourismusgesetz von El Salvador, das touristischen Investoren entscheidende Erleichterungen zugesteht. Das Tourismusministerium selbst treibt neue Projekte in dem Sektor voran wie die Errichtung von zehn neuen Aussichtsplattformen (Miradores), die über das ganze Land verteilt werden sollen, oder eine komplett neue Ausschilderung, die den Besuchern die Anreise an die wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten erleichtern soll. Mit 1.257.952 ankommenden Touristen und 224.434 Ausflüglern konnte das Land seine Touristenankünfte im Jahr 2006 um 8,97 % steigern (2005: 1.154.386 Touristen und 179.044 Ausflügler). Die Anzahl der europäischen Reisenden wird auf 27.764 geschätzt. Die Einkünfte aus dem Tourismusbereich betrugen 862.288 Millionen USD. Gegenüber den 634.45 Mill. USD im Jahr 2005 bedeutete dies eine Steigerung von 35,91 %. 

www.elsalvadorturismo.gob.sv

 

Guatemala setzte im Jahr 2006 vor allem den Ausbau seiner Flug- und Kreuzschifffahrtshäfen fort. So wurden fünf international betriebene Flughäfen im ganzen Land modernisiert, der wichtigste unter ihnen der Internationale Flughafen de la Aurora in San José. Um der gestiegenen Nachfrage im Kreuzfahrtgeschäft Folge leisten zu können, wird momentan ein neues Terminal in Puerto Izabal gebaut, das 200 Kreuzfahrtschiffe pro Saison beherbergen soll und damit Platz schaffen wird für die Ankunft von 500.000 Passagieren zwischen November und Mai, die dem Land rund 50 Millionen USD in nur sechs Monaten einbringen sollen. Daneben zieht dieses Projekt die Erhaltung von geschützten Zonen mit sich, besondere Umweltschutzprogramme, Investitionen in die touristische Betreuung, Sicherheit und Promotion für 19 verschiedene touristische Ziele innerhalb der Region. Im Hotelsektor wird insbesondere in das mittlere Marktsegment investiert, in Ressort- und Boutique-Hotels, zum Teil mit Golfplätzen. Das Jahr 2006 schloss Guatemala mit einer positiveren Bilanz als erwartet. Insgesamt kamen 1.481.547 Touristen und 20.522 Ausflügler in das Land und damit 14,7 % mehr als 2005, als man 1.315.646 Touristenankünfte zählte. Dadurch stiegen auch die Deviseneinnahmen aus dem Tourismusbereich um 16,6 %, von 868 Mill. USD im Jahr 2005 auf 1,012 Milliarden Dollar in 2006. Die Zahl der Europäer, die im Jahr 2006 Guatemala bereisten, wird auf 119.818 geschätzt.

www.visitguatemala.com

 

Honduras. Die Mayaruine von Copán war bisher die große kulturelle Attraktion in Honduras, mit der das Land vor allem kulturinteressierte Touristen anzog. Mit der Entdeckung von Stätten, die wahrscheinlich aus der Olmekenkultur, der ältesten bekannten Kultur Mittelamerikas stammen, könnte in Zukunft vor allem der Südosten des Landes zum kulturellen Anziehungspunkt werden. Daneben locken die Bahia Inseln Wassersport- sowie Sonne- und Strandurlauber und das Dschungelgebiet der Mosquitía Naturliebhaber. Nach seit Jahren steigenden Touristenzahlen konnte das Land auch im Jahr 2006 erneut ein Wachstum der internationalen Touristenankünfte um 65.000 auf 738.667 vermerken, davon kamen 60.312 aus Europa. Die Anzahl der Besucher belief sich auf 1.136.356, davon waren 204.772 Kreuzfahrtpassagiere. Die Einnahmen aus dem Bereich beliefen sich auf 474,4 Millionen USD.

www.letsgohonduras.com

 

Nicaragua investiert genau wie die restlichen mittelamerikanischen Länder kräftig in den Tourismussektor. Ein neues Gesetz zur Erleichterung von Investitionen in den Tourismusbereich sorgte für einen Investitionsschub. So wurden 28 neue Hotelprojekte genehmigt, die das Angebot an Hotelunterkünften um 703 neue Zimmer erweitern wird. Sieben Häuser davon befinden sich mittlerweile bereits im Aufbau. Sie beinhalten eine Gesamtinvestition von 12,6 Millionen USD. Im Jahr 2006 kamen nach Nicaragua nach ersten Schätzungen 773.000 Touristen gegenüber 712.444 im Jahr 2005. Darunter waren nach ersten Angaben 40.520 Europäer. Die Zahl der Ausflügler, die das Land besuchten, belief sich auf 125.201 gegenüber 91.489 im Vorjahr. Die Einnahmen aus dem Tourismusbereich betrugen 239 Millionen USD gegenüber 207 Millionen USD im Jahr 2005.

www.intur.gob.ni

 

Panamá. Seit dem Beschluss zum Ausbau des Panamákanals hat sich das kleine Land auf dem Isthmus zu einem Magneten für touristische Investitionen entwickelt. Allein die Mall-Gruppe investiert rund 400 Millionen Euro in den Bau eines Komplexes, der sich aus einem Hotel, drei Hochhäusern und einem Einkaufszentrum zusammensetzen wird. Neben der Ausarbeitung eines Masterplans, der für die Jahre 2007 bis 2020 vor allem die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus fördern soll, wurde ein neues Investitionsgesetz verabschiedet, das insbesonders auf die Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen zielt. Auch Panamá schloss das Tourismusjahr 2006 mit einem Anstieg seiner Touristenzahlen von 702.000 im Jahr 2005 auf 718.069 ab. Die Zahl der Europäer wird dabei mit 54.043 angegeben. Die Einnahmen aus dem Tourismusbereich werden nach ersten Angaben auf 1,120 Mrd. USD geschätzt (780 Mill. USD im Jahr 2005).

www.panamainfo.com, www.ipat.gob.pa

(Quelle für sämtliche Zahlen aus Mittelamerika: CATA, Madrid)

 

Mexiko spürte die Nachwehen von Hurrikan Wilma länger als anfänglich erwartet. Obwohl bereits bis Mitte des Jahres 2006 sämtliche, durch den im Oktober 2005 zerstörte Infrastrukturen wieder aufgebaut und verbessert worden waren, stellte sich erst zum Ende des Jahres 2006 der erwartete touristische Aufschwung wieder ein. Joern Krausser von DERTOUR vermerkt dazu: „Mexiko kommt wieder und holt zum schwachen Vorjahr auf“. Insgesamt aber musste das Land nach ersten Angaben der Welttourismus Organisation WTO in Madrid einen Rückgang seiner touristischen Ankünfte von 2,8 % hinnehmen von 21,9 Millionen Touristenankünften im Jahr 2005 auf 21,3 Millionen im Jahr 2006. Nach Aussagen des Mexikanischen Fremdenverkehrsamtes betrugen die Touristenankünfte bis November 2006 19,0 Millionen. 10,63 Prozent der einreisenden Touristen kamen dabei aus Europa. Betrachtet man die Ankünfte auf dem Flugweg so ergibt sich zwischen Januar und November 2006 mit 7,5 Millionen internationalen Anreisenden ein Zuwachs von 6,9 % gegenüber 7,09 Millionen im gleichen Zeitraum 2005. Die Zahl der deutschen Reisenden betrug von Januar bis November 2006 122.034 gegenüber 121.595 im gleichen Vorjahreszeitraum. Insgesamt waren im Jahr 2005 129.973 deutsche Reisende per Flug nach Mexiko eingereist. Für das gesamte Jahr 2006 schätzt das Mexikanische Fremdenverkehrsamt die Zahl der einreisenden Deutschen auf rund 160.000. Laut José Ramirez, dem Direktor des Mexikanischen Fremdenverkehrsamtes wird Mexiko von den europäischen Reiseveranstaltern als ein Reiseziel bezeichnet, das bei den Europäern in Mode gekommen ist. Dabei schätzen die Europäer insbesondere das reiche kulturelle und archäologische Erbe des Landes, insbesondere hinsichtlich der Mayakultur. Hinzu kommt, dass durch den starken Euro seit 2003 die Anzahl der europäischen Reisenden anstieg, ist das Land doch um etwa 20 % preisgünstiger für die Europäer geworden.

Der Tourismus stellt mittlerweile den drittwichtigsten Wirtschaftsfaktor des Landes dar. Die Einnahmen aus dem Tourismussektor betrugen im Jahr 2005 11,8 Milliarden USD (+ 7,8 % gg. 2004). Für das Jahr 2006 werden die Einnahmen auf 11,972 Mrd. USD geschätzt. Zwischen Januar und November 2006 betrugen die Ausgaben der Touristen 10,814 Mrd. USD. Für 2007 schätzt die Secretaria de Turismo, SECTUR, dass sich die Einnahmen auf rund 13,014 Mrd. USD steigern werden. Im Jahr 2005 waren 1,9 Millionen Personen direkt im Tourismussektor beschäftigt, 3 % mehr als im Jahr 2004. Bis November 2006 arbeiteten 1.951.177 Menschen direkt im Tourismusbereich.

José Ramirez rechnet mit 300.000 deutschen Reisenden bis zum Jahr 2010, was wesentlich abhängen wird von den angebotenen Flugkapazitäten von Deutschland nach Mexiko. Für das Jahr 2007 setzt sich Ramirez als Ziel eine Steigerung der deutschen Touristenzahlen von 7 %. Das Werbebudget wurde im Jahr 2006 merklich ausgebaut und bleibt laut Ramirez auch im Jahr 2007 stabil. Insbesondere soll der Tagungs- und Incentivebereich beworben werden sowie die Region der Pazifikküste mit vielen bisher nur eingefleischten Mexikoreisenden bekannten Zielgebieten wie die Küsten der Bundesstaaten Nayarit und Jalisco. Insgesamt soll Mexiko international als vielfältiges Reiseziel mit einer Vielzahl an Urlaubsmöglichkeiten positioniert werden. „Einzigartig, vielfältig und mehr als gastfreundlich“, damit wirbt man mittlerweile auf dem nationalen Markt und in Nord- und Lateinamerika. In Europa stehen die Kampagnen unter dem Slogan „Dificil de pronunciar, Fácil de disfrutar“ – „Schwierig auszusprechen, aber einfach zu genießen“. Trotz den oft Zungen brechenden Namen einzelner mexikanischer Destinationen für viele Europäer, versteht es jeder Reisende, die Schönheit der Strände, des Kunsthandwerks, der Archäologie und besonders die Gastfreundschaft der Mexikaner zu genießen.

(Quelle: Mexikanisches Fremdenverkehrsamt, Frankfurt)

www.visitmexico.com

 

Die Destinationen Südamerikas

Argentinien liegt hinter Brasilien mittlerweile auf dem zweiten Rang der südamerikanischen Destinationen im Hinblick auf die internationalen Touristenankünfte. Die Secretaría Nacional de Turismo bezifferte die Anzahl der 2006 über den internationalen Flughafen von Buenos Aires (Ezeiza) eingereisten Touristen auf 2.020.000. Dies bedeutet gegenüber 2005 ein Anstieg von 13,4 %. Ebenso stiegen nach ersten Angaben die Ausgaben der Touristen um 20 % von 1,8 Mrd. USD auf 2,26 Mrd. USD. Die meisten der ausländischen Touristen, die auf dem Luftweg über Buenos Aires einreisten, kamen mit 520.000 aus Europa, gefolgt von den Brasilianern mit 380.000 und den Reisenden aus den USA und Kanada mit 323.000. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug im Jahr 2006 12,9 Tage, die durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgabe pro Tag 85,6 USD. Eines der Hauptziele der internationalen Touristen ist die Stadt Buenos Aires, die im vergangenen Jahr von allen Besuchern 1,6 Mrd. USD einnahm. Insbesondere der Kongresstourismus, der bereits im Jahr 2005 um die 150 Millionen USD Einnahmen für die Stadt brachte, stieg im vergangenen Jahr weiter an. Nach ersten Schätzungen geht die Subsecretaría de Turismo del Ministerio de Producción der Stadt von einem 5-prozentigen Anstieg dieses Sektors auf 290.000 Kongressteilnehmer im vergangenen Jahr aus. Dabei haben die Geschäftsreisenden eine etwa doppelt so hohe Pro-Kopf-Ausgabe wie die Reisenden, die aus Freizeit- und Urlaubsgründen die Stadt besuchen. So betrug die Pro-Kopf-Ausgabe der ausländischen Geschäftsreisenden rund 250 USD am Tag. Auch der Kreuzfahrttourismus spielt für Buenos Aires eine bedeutende Rolle. So rechnet die Stadt für die Saison 2006/2007 mit etwa 120.000 Passagieren und damit einem 11-prozentigen Zuwachs gegenüber der vergangenen Saison 2005/2006. Im Jahr 2007 will die Stadtregierung Buenos Aires vor allen Dingen im Ausland touristisch fördern. Dabei steht neben Australien, Kolumbien, Mexiko, Brasilien, Chile und den Vereinigten Staaten auch Deutschland mit auf dem Werbeplan.

(Quelle: Secretaria Nacional de Turismo)

www.turismo.gov.ar


Brasilien war beim Großteil der Arge Mitglieder im Jahr 2006 das Topziel in Südamerika. Zusätzliche Flüge mit Condor nach Salvador da Bahia, Pro Sky Travel von Köln nach Rio de Janeiro und São Paulo oder die Linienflüge der TAM, Iberia, die für Brasilien zweistellige Zuwachsraten meldete, sowie TAP und VARIG trugen neben der verbesserten Präsenz der Embratur seit nunmehr zwei Jahren auf dem deutschen Tourismusmarkt zu dem Aufschwung des Landes bei. Selbst von VARIG erhielt die Pressestelle der Arge auf ihre Umfrage trotz der bekannten existenziellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ein relativ positives Echo, was die Auslastung der Flüge nach Brasilien betrifft. Im Jahr 2005 hatten laut Angaben von Embratur 5.358.170 internationale Touristen das größte Land Südamerikas bereist (+11,78 % gg. 2004). Aus Europa kamen davon 2.069.221 Reisende (+12,82 % gg. 2004), aus Deutschland 308.598 (+4,61 % gg 2004). Für 2006 lagen bei Redaktionsschluss noch keine Daten vor. Laut Karin Luize de Carvalho, der Repräsentantin von Embratur in Deutschland, buchte der größte Teil der deutschen Reisenden seine Reise bei einem Veranstalter. 75,3 % der deutschen Reisenden nach Brasilien sind zwischen 28 und 60 Jahre alt, 68,8 % verfügen über eine akademische Ausbildung. 62,8 % sind bereits mehrmals in Brasilien gewesen. Die bei deutschen Reisenden beliebteste Region ist Rio de Janeiro mit 37,0 %, gefolgt von Salvador da Bahia mit 28,8 %, Foz de Iguazu mit 14,6 % und São Paulo mit 12,8 %. Danach folgen Recife mit 12,3 %, Porto Alegre (9,6 %), Fortaleza (8,2 %) und Florianopolis (7,8 %).

Nach ersten Angaben wiesen im vergangenen Jahr 2006 die Deviseneinkünfte aus dem Tourismusbereich mit 4,316 Mrd.USD ein Plus von 11,77 % gegenüber dem Jahr 2005 (3,861 Mrd. USD) auf. Damit belegte der Tourismus den fünften Rang im Hinblick auf die Deviseneinkünfte und stellt einen der wichtigsten Sektoren auch hinsichtlich der Arbeitsplätze dar. Nach einer Untersuchung von Embratur waren im Jahr 2003 mindestens 5,4 Millionen Menschen im Tourismusbereich beschäftigt. Für 2007 verfügt das Tourismusministerium über einen Etat von 1,8 Milliarden R$ (rund 845 Mill. USD). Diese Gelder sollen insbesondere für Programme zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur, der Aus- und Weiterbildung sowie für das nationale und internationale Marketing verwendet werden. Die internationalen Marketingpläne sehen für 2007 eine Weiterführung des im Jahr 2005 ins Leben gerufenen Plano Aquarelo vor, nach dessen Maßstäben das Auslandsmarketing in den kommenden Jahren verwirklicht werden soll, u.a. durch die Arbeit der ausländischen Büros von Embratur, Werbekampagnen im Ausland, das Projekt Caravana Brasil, das den ausländischen Veranstaltern in Form von Informationsreisen die Produkte des Landes näher bringen soll, die Beteiligung an ausländischen Tourismusmessen, Präsentationsveranstaltungen und Seminare sowie Workshops für ausländische Reisebüro-Expedienten. Als herausragende infrastrukturelle Veränderungen betont Embratur die Investition von 3.582.923.000 R$ (1,68 Mrd. USD) in 117 neue Hotels in ganz Brasilien, die bis 2008 das Unterkunftsangebot um 23.000 Zimmer erweitern wird.

(Quelle: Embratur)

www.turismo.gov.br

 

Bolivien. 200 Millionen USD umfasst der Etat für den Nationalen Tourismusentwicklungsplan Boliviens, der zwischen 2006 und 2011 den nationalen und internationalen Tourismus in dem Land fördern soll und insbesondere die indigene Bevölkerung, die 70 % der Gesamtbewohner des Landes darstellt, in die Tourismusaktivität mit einbeziehen und für Arbeitsplätze in diesem Bereich und Armutsbekämpfung sorgen soll. Unter dem Slogan „Lo auténtico aún existe“ – „Das Authentische existiert noch“, soll die Kampagne, die bereits 2006 ins Leben gerufen wurde, einen Schwerpunkt auf den nachhaltigen Tourismus setzen und den Erhalt der natürlichen, historischen und kulturellen Ressourcen in den verschiedenen Territorien des Landes fördern, in denen 36 Völkergruppen unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Hintergrundes miteinander leben. Die Kampagne teilt Bolivien in 12 „Star“-Destinationen auf, die natürliche und kulturelle Aspekte auf sich vereinen und sich in den Anden, der Amazonasregion, den Pampaebenen und tropischen Tälern, die die Topographie des Landes bestimmen, befinden. Ziel des Marketingplanes ist, die Anzahl der Reisenden bis 2011 zu verdoppeln. Der Anfang wurde bereits im vergangenen Jahr gemacht: Bolivien verbuchte im ersten Halbjahr 2006 einen Zuwachs der Touristenzahlen um 21,4 %.  Im Jahr 2005 hatte Bolivien nach Angaben der UNWTO 504.000 internationale Touristen begrüßen können.

(Quellen: Pressemitteilungen FITUR Madrid 2007, UNWTO)

www.bolivia.com; www.bolivialine.de

 

Chile gilt nach wie vor als eines der sichersten und qualitativ hochwertigsten Ziele Südamerikas. Seine einzigartige Natur und seine großartigen Landschaften machen das Land im Speziellen für Aktivtouristen zu einem El Dorado. Im Jahr 2006 verbuchte das Land nach ersten Angaben 2,25 Millionen internationale Reisende, was gegenüber 2005 eine Steigerung um 11 % bedeutete (2005: 2,027 Millionen). Die Deviseneinnahmen aus diesem Bereich betrugen im Jahr 2005 1,387 Milliarden USD und werden nach ersten Schätzungen für das Jahr 2006 auf 1,530 Mrd.. USD beziffert. 51 % der ausländischen Reisenden kamen im Jahr 2005 aus den Nachbarländern, 13,3 % aus Nordamerika, 16,9 % aus Europa (358.343 Reisende). Aus Deutschland reisten 2005 67.972 Touristen nach Chile. Deutschland ist damit der wichtigste europäische Quellmarkt vor Spanien mit 62.595 Reisenden. Urlaub oder Ferien war das Motiv des Großteils der ausländischen Touristen (58,9 %), gefolgt von Familien- oder Freunde-Besuchen mit 21,4 % und Geschäftsreisen 7,2 %. Die tägliche Pro-Kopf-Ausgabe der Urlauber betrug dabei 2005 43,9 USD, von Geschäftsreisenden 82,8 USD. Chile ist speziell beliebt als Urlaubsziel für Abenteuer- und Aktivtourismus. Als touristische Destinationen sind besonders hervorzuheben die Atacama-Wüste als trockenste Wüste der Welt, die dichten Araukarienwälder, die Gletscherfelder und Fjorde des Südens, nicht zu vergessen die Gipfel der Anden, die Wasserfälle, Lagunen und Seen in den Nationalparks oder weit über den Pazifik hinweg, die Osterinsel mit ihren Steinriesen, den Moais.

(Quelle: SERNATUR, Chile)

www.sernatur.cl

 

Ecuador schaffte es insbesondere in Deutschland im Jahr 2006 erhöhte Aufmerksamkeit durch die Teilnahme der Mannschaft während der Fußballweltmeisterschaft zu erlangen. Das Besucheraufkommen aus dem deutschen Markt konnte gemäß ersten Schätzungen der Ecuadorianischen Tourismuszentrale von 25.000 im Jahr 2005 auf rund 27.500 im Jahr 2006 gesteigert werden. Die internationale Besucheranzahl schätzt die offizielle Tourismusvertretung des Landes auf 900.000 gg. 860.784 im Jahr 2005. Im Gegensatz dazu ging die Welttourismusorganisation UNWTO in ihrem World Tourism Barometer vom Januar 2007 von einem leichten Rückgang der internationalen Touristenzahl im Jahr 2006 von rund 2 % aus. Bei den befragten Veranstaltern innerhalb der Arge Mitglieder ergab sich ein leicht gespaltenes Bild, was den Tourismus nach Ecuador anbelangt. So sind Spezialisten wie Sommer Fernreisen oder avenTOURa durchaus zufrieden mit den Buchungen für das Land, bemängelt werden von anderen wie TUI der Preisanstieg für Kreuzfahrten auf die Galápagosinseln, auf den Buchungsrückgänge zurückgeführt werden. Das einzigartige Naturparadies der Galápagosinseln, die Pazifikküste mit ihren Stränden, typischen Fischerdörfern und modernen Hafenstädten, die Anden mit der Avenida der Vulkane und Amazonien sind die vier touristischen Hauptgebiete Ecuadors, auf die der Fondo Mixto de Promoción Turístico sein Hauptaugenmerk in den internationalen Marketingaktivitäten legt. Daneben stehen Städte wie Guayaquil, die als eines der  herausragenden Modelle für Städterestauration in Lateinamerika gilt, Quito und Cuenca, beide von der UNESCO als Weltkulturerbe der Menschheit ausgezeichnet.

(Quelle: Ecuadorianische Tourismuszentrale)

www.vivecuador.com

 

Im Jahr 2006 besuchten 1.050.569 internationale Reisende Kolumbien. Gegenüber dem Vorjahr, in dem 933.244 ausländische Touristen gezählt wurden, bedeutete dies ein Anstieg von 12,6 % oder 117.325 Reisenden. Damit konnte das Land in den vergangenen vier Jahren eine kontinuierliche Steigerung seiner Touristenankünfte verbuchen und die Aussichten für 2007 weisen auf ein Anhalten dieser positiven Tendenz hin. Die Monate mit dem stärksten Wachstum im Jahr 2006 waren April mit einem Plus von 26,7 %, Februar mit 20,7 % und September mit 17,5 %. Die meisten Reisenden kamen dabei aus den Vereinigten Staaten mit 24,6 % (258.577) und den Nachbarländern Venezuela (13,5 % oder 141.595) sowie Ecuador (9,5 % bzw. 100.222 Reisenden). Die meisten europäischen Reisenden kamen aus Spanien, die mit 66.422 Reisenden einen Anteil von 6,3 % darstellen. Dabei war die meist besuchte Stadt die Hauptstadt Bogotá mit 49,3 % bzw. 517.642 Ankünften vor Cartagena de Indias mit 12,3 %. Damit verbuchte Bogotá gegenüber 2005 einen Anstieg von 24,2 %, Cartagena von 22,8 %. Das größte Wachstum unter den kolumbianischen Zielen aber konnte Santa Marta für sich verbuchen mit 11.923 ausländischen Gästen und einem Anstieg von 56,9 % gegenüber 2005. Die Deviseneinkünfte aus dem Tourismusbereich betrugen zwischen Januar und September 2006 1,45 Mrd. USD und damit 30,2 % mehr als in der gleichen Vorjahresperiode. 1,118 Mrd. USA wurden dabei aus dem Reisebereich erzielt (plus 30,5 %) und 338 Millionen USD aus dem Luftverkehr (plus 29,1 %). Während der ersten neun Monate des Jahres 2005 betrug die durchschnittliche Pro-Kopf-Ausgabe der Reisenden 1.633 USD, im Jahr 2006 1.894 USD und fiel damit um 15,9 % höher aus.

 (Quelle: Proexport, Ministerio de Comercio, Industria y Turismo, Kolumbien, Botschaft von Kolumbien, Berlin)

www.turismocolombia.com

 

Auch Paraguay gehörte im Jahr 2006 zu den südamerikanischen Destinationen mit zweistelligen Steigerungsraten hinsichtlich der Anzahl der einreisenden Touristen. Mit 388.000 internationalen Touristenankünften im Jahr 2006 verbuchte das Land eine Steigerung von 14 % gegenüber 2005 (341.000). Während der internationalen Tourismusmesse FITUR in Madrid im Februar diesen Jahres, kündigte die Tourismusministerin des Landes, Liz Cramer, eine neue breit angelegte Marketingkampagne mit neuem Logo und Slogan an, in der die Identität der Kultur Paraguays besonders hervorgehoben werden soll. Um die typischen Wesenszüge, mit denen sich die Paraguayos ganz besonders identifizieren, herauszufinden, wurde eine weit reichende Umfrage innerhalb der Bevölkerung durchgeführt. Insbesondere den ausländischen Märkten möchte das Land sich öffnen. Entsprechend stieg der Werbeetat für 2007 um 30 % gg. 2006 auf rund 2 Mill. USD. Im Jahr 2008 rechnet Cramer mit einer weiteren Erhöhung des Etats. Zum ersten Mal ist in Paraguay momentan ein 10-Jahres-Marketingplan in Ausarbeitung. Finanzielle Unterstützung erhält das Land von der Iberoamerikanischen Bank für Entwicklung (BID) für ein Programm zur touristischen Förderung der Jesuiten-Missionen, die im 17. Jh. in der Region mit dem Ziel der Christianisierung der Guaraní-Indianer gegründet worden waren. Zwei dieser Missionen, die allesamt über beachtliche profane Kunstwerke, wie zahlreiche Altar-Retabel aus Holz und Stein  verfügen, sind von der UNESCO zu Weltkulturerbestätten der Menschheit deklariert worden.

(Quelle: Pressemitteilung FITUR Madrid, Februar 2007)

www.senatur.gov.py

 

Peru

kann im Jahr 2006 ein sattes Plus von 10 % gegenüber dem Vorjahr verbuchen. Die internationalen Touristenankünfte betrugen 1.634.573 gegenüber 1.486.005 im Jahr 2005. Der Anteil der aus Deutschland anreisenden Gäste betrug dabei 2,6 % mit 43.186 Reisenden. Dies waren 1,9 % mehr als im Vorjahr (42.400). Der Hauptquellmarkt für Peru bleibt Chile mit 410.462 Einreisenden, vor den Vereinigten Staaten mit 312.083. Den Hauptanteil der Europäer stellen die Spanier mit 67.008 vor den Engländern mit 60.486 Reisenden im Jahr 2006. Auch bei den Arge-Veranstaltern gehörte Peru gemeinsam mit Brasilien zu den großen Gewinnern im Jahr 2006. Als einer der Gründe wird das gute Auslandsmarketing erachtet, das Peru seit einigen Jahren kontinuierlich durchführt.

Das Land, das als das archäologische Paradies Südamerikas gilt,  lässt regelmäßig aufhorchen, wenn es um die Entdeckung neuer archäologischer Sensationen geht. So wurde vor gut einem Jahr mit der Mumie aus der Moche-Kultur, die mittlerweile unter dem Namen Señora de Cao bekannt ist, ein Fund von ähnlicher Bedeutung wie dem des Señors von Sipán gemacht. Die vollständig erhaltene Mumie der jungen Frau, die etwa 20 bis 25 Jahre alt war bei ihrem Tod, wird momentan restauriert. An ihrem Fundort soll eine Ausstellungsstätte errichtet werden. Neben den bedeutenden kulturhistorischen Stätten wirbt Peru vor allem mit seinem Angebot an Aktivtourismus in einer traumhaften Natur zwischen den Andenkordilleren bis zum Amazonasdschungel. Für das Jahr 2007 rechnet die Tourismusbehörde PromPeru mit einem weiteren Anstieg der internationalen Ankünfte um rund 4 %.

(Quelle: MINCETUR, PROMPERU)

www.peru.info

 

Die Guyanas und SurinameDie drei „Exoten“ Südamerikas, das englischsprachige Guyana, Französisch-Guyane und das einzige niederländischsprachige Land des Subkontinents, Suriname, tauchen nur in wenigen deutschen Veranstalterprogrammen auf. Unter den Veranstaltern der Arge Mitglieder haben lediglich Gebeco Guyana, Miller Reisen Suriname, Ruppert Brasil, Sommer Fernreisen und Tourismus Schiegg sowohl Guyana als auch Suriname in ihrem Reiseangebot.

Die Hauptattraktion 2007 verspricht im ehemals englischen Guyana die Cricket-Weltmeisterschaft zu werden, die teilweise dort ausgetragen wird. Die Anzahl der internationalen Reisenden in das „Land der vielen Wasser“, das vor allem Natur- und Vogelliebhaber begeistert, blieb trotz eines ambitiösen Fünf-Jahres-Planes, der 2005 verabschiedet wurde und bis 2010 angelegt ist, weit hinter den Erwartungen zurück. Mit 113.474 internationalen Reisenden gab es ein Minus von 2,7 % gegenüber den 116.596 Besuchern im Jahr 2005. Die bisher höchste Anzahl hatte das Land im Jahr 2004 mit 121.989 internationalen Touristenankünften erreicht. Der größte Anteil der Reisenden kommt aus den USA mit 57.193 im Jahr 2006. Aus Europa reisten 8.390 Touristen an.
www.guyana-tourism.com

 

Im November 2006 verabschiedete die Tourismusorganisation Französisch Guyanas, Comité du Tourisme de la Guyane (CTG) einen Dreijahresplan, der darauf abzielt, vor allem in Frankreich, der Schweiz und Belgien, den Hauptquellmärkten des Landes, das touristische Image zu verbessern und die Anzahl der Besucher bis zum Jahr 2010 auf 150.000 zu verdoppeln. Zur Zeit kommen jährlich an die 70.000 Besucher in das Land, dessen Hauptattraktionen das europäische Raumfahrtzentrum von Kourou, die „Papillon“-Insel Bagno und ein ungewöhnlich artenreicher Regenwald sind .
www.tourisme-guyane.com

 

Auch Suriname lockt mit seiner tropischen Natur und Aktivtourismus in den Dschungelgebieten. Daneben begeistert vor allem die koloniale Architektur der Hauptstadt Paramariba, die zum UNESCO-Weltkulturerbe deklariert wurde, sowie die freundlichen Einwohner des Landes, von denen viele ihre afrikanischen Traditionen beibehalten haben, wobei die ethnische Vielfalt der Bevölkerung beeindruckend ist. Das kleine Land, das an den gewaltigen Tafelberg Roraima Venezuelas grenzt, konnte sich im Jahr 2005 mit 160.000 internationalen Touristenankünften über einen kräftigen Zuwachs von 16,1 % gegenüber 2004 freuen. Für 2006 lagen bei Redaktionsschluss noch keine Daten vor .

www.surinam.org

(Quellen: Die oben genannten offiziellen Internetseiten der drei Länder, sowie die UNWTO)

 

Uruguay. Nach ersten Angaben der Welttourismusorganisation UNWTO musste Uruguay insbesondere aufgrund interner Spannungen mit dem Nachbarland Argentinien im vergangenen Jahr einen Rückgang von geschätzten 5 % seiner Besucherzahlen hinnehmen. Zur gleichen Zeit hat aber wohl der günstige Wechselkurs des uruguayischen Peso gegenüber dem brasilianischen Real zu einem Anwachsen der Touristenzahlen aus Brasilien geführt, was die zweistelligen Verluste aus dem Hauptquellmarkt Uruguays, Argentinien, etwas ausgleichen konnte. Nach Angaben des Tourismusministeriums von Uruguay betrug die Anzahl der internationalen Besucher im Jahr 2005 1.917.049 gegenüber 1.870.858 in 2004 (plus 2,5 %). Dabei stammten 57,8 % der Reisenden aus Argentinien mit 1.107.514 Reisenden. Uruguay wirbt aktuell besonders für die Naturschönheiten des Landes unter dem Slogan „Uruguay Natural“. Dementsprechend ließ das für die Umwelt zuständige Ministerium Ministerio de Vivenda Ordenamiento Territorial y Medioambiente, die Einführung eines Systems nationaler Schutzgebiete verlauten, nach der in einer ersten Phase sieben Gebiete als Naturschutzzonen ausgewiesen werden sollen. Denen sollen in einer zweiten Phase fünf weitere Gebiete folgen. Dieses System soll zum Erhalt des Natur- und Kulturerbes und seiner koordinierten Pflege beitragen. Darüber hinaus soll ein nachhaltiger Ökotourismus in den entsprechenden Gebieten gefördert werden.

(Quelle: Ministerio de Turismo y Deporte, Uruguay)

www.turismo.gub.uy

 

Das Tourismusaufkommen im vergangenen Jahr in Venezuela wurde von den meisten Veranstaltern unter den Arge Mitgliedern als weitestgehend stabil bezeichnet. Obwohl die Tourismusverantwortlichen des Landes für das erste Halbjahr 2006 von einer Steigerung der Touristenzahlen von 15 bis 18% gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum ausgehen, betonte Rafael Guerra während der Internationale Tourismusmesse in Madrid Ende Januar 2007, dass man ein höheres Wachstum des Tourismus auch für 2006 erwartet hatte. Schließlich hatte das Wachstum der Touristenzahlen im Jahr 2005 45,17 % betragen mit 706.103 gegenüber 486.401 internationalen Reisenden im Jahr 2004. Bei den deutschen Reisende war 2005 ein Wachstum von 46,68 % verbucht worden mit 96.414 gegenüber 65.733 deutschen Reisenden 2004. Venezuela gilt wie Brasilien auf dem deutschen Markt als südamerikanisches Sonnenziel mit zahlreichen Traumstränden, gepaart mit einer Vielzahl von atemberaubenden Landschaften, wie den Tafelbergen der Gran Sabana, immergrünen Regenwäldern und schneebedeckten Andengipfeln.

(Quelle: Ministerio de Turismo, Venezuela. Venezolanische Botschaft Berlin, Pressemitteilung FITUR Madrid, Februar 2007)

www.visit-venezuela.com

 

Anmerkung der Redaktion:

Für die oben gemachten statistischen Angaben wird keine Gewähr übernommen. Quellen sind die Welttourismusorganisation WTO, Madrid und die einzelnen Tourismusorganisationen der Länder (teils aufgrund Informationen per Email, teils über die einzelnen Internetseiten und veröffentlichten Pressemitteilungen von Seiten der Organisationen).

 

Berlin, März 2007

 

 

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( PDF 62kB)

 

 

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© arbeitsgemeinschaft lateinamerika e. v. 2006 | letzte bearbeitung: 24.04.2007 | impressum